Drama am Brauneck: Drei Gondeln krachen ineinander

Lenggries - Wahnsinn: Nach einem mechanischen Schaden an einer Gondel krachten am Dienstag Morgen drei Kabinen der Brauneck-Bahn auf der Talfahrt ineinander und lösten einen Notstopp aus.

Glücklicherweise waren alle drei Gondeln leer. Allerdings hingen in den Kabinen, die bergauf unterwegs waren, 43 Wintersportler fest, darunter ein zehnjähriger Bub. Frierend warteteten die Passagiere zwischen Himmel und Erde auf ihre Retter. Die letzten wurden nach drei Stunden geborgen. Verletzt wurde niemand.

Bilder der Rettung

Drama am Brauneck: Bilder der Rettung

Fünf Polizei- und Rettungshubschrauber und über 100 Helfer waren bei der spektakulären Aktion im Einsatz! Es war 9.30 Uhr, als die Bahn nach einem heftigen Ruck stillstand. Wie Schiffschaukeln schwangen die Gondeln hin und her – und dies teilweise 70 Meter über dem Abgrund! Während die Passagiere aus den Kabinen nahe der Talstation von der Feuerwehr per Drehleiter geborgen werden konnten, mussten die anderen teils abgeseilt, teils zu den Helikoptern hinaufgezogen werden. Die Betroffenen, so versicherte der Geschäftsführer der Brauneck-Bahn, Peter Lorenz, seien nie in Gefahr gewesen: „Alle Bremsen haben geschlossen.“

Unglück in Brauneck: Jetzt spricht der Bergbahn-Chef

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Unglück in Brauneck: Jetzt spricht der Bergbahn-Chef

Die meisten Skifahrer blieben gelassen, die Polizei lobte ausdrücklich ihr Verhalten. Eine Miesbacherin, die ganz oben von einem Höhenretter geborgen wurde: „Nur der Schritt aus der Kabine raus, war schlimm. Da half nur: Augen zu und durch.“

Zur Klärung der Pannenursache wurde gestern der TÜV hinzugezogen. Die Experten sollen gemeinsam mit der Seilbahnaufsicht der Regierung von Oberbayern und der Polizei gemeinsam herausfinden, wie es zu der Störung kommen konnte. Die Bahn wurde turnusgemäß im November gewartet, dabei wurde auch das Zugseil ausgewechselt. Wie lange die Brauneck-Bahn geschlossen bleibt, stand am Nachmittag noch nicht fest.

Stichwort: Brauneck-Bahn

Die Brauneck-Bahn mit ihren 70 Kabinen bringt die Fahrgäste von Lenggries zum Gipfelhaus auf 1520 Meter. Dort eröffnet sich ein Panoramablick über das Isartal, aufs Tiroler Karwendelgebirge und auf die Zugspitze. Die Fahrtstrecke ist 2,5 Kilometer lang. Normalerweise überwinden die Gondeln die 800 Höhenmeter in zwölf Minuten Fahrzeit. Die Bergbahn wurde 1957 erbaut und ist ganzjährig in Betrieb. Laut Regierung von Oberbayern gibt es täglich, wöchentlich und monatlich Wartungsarbeiten. Außerdem werden zweimal im Jahr Rettungsübungen durchgeführt.

Rubriklistenbild: © dpa

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