Der Held von Schrobenhausen

Trucker-Notruf: „Ich sitze in einem Tanklastzug, der brennt“

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Brummifahrer Jürgen H. hat mit Nerven aus Stahl seinen brennenden Tankzug noch aus einem Wohngebiet in Schrobenhausen herausgefahren - bis es auch für ihn zu gefährlich wurde. 

Der Artikel stammt vom 18. Juli 2017, (Jürgen H. wurde von uns nachträglich anonymisiert.): Aktuell läuft ein Gerichtsverfahren gegen den Lkw-Fahrer.

Schrobenhausen – Jürgen H. wird erst am nächsten Tag richtig bewusst, was passiert ist. Am Montag hatte ein Reifen seines Tanklastzugs Feuer gefangen – mitten in Schrobenhausen. 35 000 Liter Diesel und Benzin drohten zu explodieren. „Das darfst du dir nicht vorstellen, was da hätte passieren können“, sagt der 49-jährige Brummifahrer gegenüber der tz. Es waren dramatische Minuten für Jürgen H..

Bei einer Raffinerie bei Vohburg hatte er seinen Tanklastzug am Mittag beladen. Die Tour sollte über Augsburg und Landsberg am Lech zurück nach Memmingen führen. In Schrobenhausen platzte aber plötzlich einer der hinteren Reifen – und fing Feuer. „Ich sah sofort, das kann ich nicht selber löschen.“ Er alarmierte über den Notruf die Polizei. „Ich sitze in einem Tanklastzug, der brennt“, sagte Jürgen H. dem Beamten in der Ingolstädter Einsatzzentrale. Per Handy ließ er sich von dem Polizisten an den Stadtrand von Schrobenhausen lotsen. „Nur weg hier, war unsere Devise.“ Im Rückspiegel beobachtete der erfahrene Brummifahrer mit Nerven aus Stahl den brennenden Reifen. „Ich hab nur geschaut, dass ich den Laster raus aus dem Wohngebiet kriege.“

Der Feuerwehr gelang es, den Tanklaster zu löschen. Er hätte explodieren können.

Irgendwann war es dann auch für den Trucker zu gefährlich

Ein paar hundert Meter hinter dem Ortschild von Schrobenhausen musste Jürgen H. den brennenden Lastzug auf der Kreisstraße stoppen. „Es war auch für mich zu gefährlich.“ Innerhalb von Minuten war ein Großaufgebot der Feuerwehr Schrobenhausen vor Ort. Im hinteren Bereich schlugen die Flammen heraus, das Feuer setzte ein angrenzendes Stoppelfeld in Brand. Dann explodierte ein weiterer Reifen. 

Trotzdem konnte ein Löschfahrzeug bis auf 15 Meter heranfahren und mit einem Schaumangriff die drohende Explosionsgefahr bannen. Drei Stunden lang dauerten die Löscharbeiten. Bis spät in der Nacht waren Jürgen H. und seine Kollegen der Memminger Tarnsportfirma noch vor Ort, um den Treibstoff in einen Ersatz-Tanklastzug zu pumpen. Ein Polizeisprecher sagte gestern: „Durch sein besonnenes, ja mutiges Verhalten hat der Fahrer die Stadt sicher vor einer großen Gefahr bewahrt.“

Rubriklistenbild: © dpa

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