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Die zweigleisige Strecke zwischen Innsbruck und Brenner ist sanierungsbedürftig.

Im August: Vollsperrung am Brenner

München - Reisezeit - Stauzeit. Einen Monat ist im Sommer die Brenner-Eisenbahnstrecke komplett gesperrt – die ÖBB sanieren die Gleise. Reisende müssen auf Busse ausweichen – oder den Alpenengpass gleich ganz meiden.

Zuletzt wurde die 36 Kilometer lange Bahntrasse zwischen Innsbruck und Brenner in den 1980er Jahren generalüberholt. Täglich fahren dort 240 Züge, davon 135 Güter- und 14 Fernzüge. Jetzt ist es wieder soweit: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) setzen 55 Millionen Euro ein, um die Strecke zu erneuern – die größte Bahn-Sanierung in Österreich in den letzten 30 Jahren. Die Zahlen sind imposant: 57 Kilometer Schienen, 46 000 Bahnschwellen und 130 000 Tonnen Schotter werden ausgetauscht, dazu zwei Tunnel, der Jodoker- und der Stafflachtunnel, sowie eine Brücke erneuert. In Spitzenzeiten werden bis zu 500 Arbeiter im Einsatz sein, sagte der ÖBB-Regionalleiter für die Infrastruktur in Tirol, Robert Huber, in München. Er sprach von einer „extrem schwierigen Topographie mit Neigungen bis zu 30 Promille“ – wenn die schweren Güterzüge die kurvige Strecke bergauf fahren, ist die Abnutzung der Gleise besonders groß.

Schon ab 11. Juni wird die Strecke halbseitig gesperrt. Ab dieser Zeit werden Güterzüge umgeleitet, Fernzüge sollen durchfahren. An sechs Wochenenden, erstmals ab dem 16. Juni, ist die Strecke komplett gesperrt. Außerdem wird die Route nach dem ersten Ferienwochenende ab Montag, 6. August, bis einschließlich 10. September, unbefahrbar sein. Das fällt zwar in die Ferienzeit, die ÖBB rechtfertigt den ausgewählten Termin jedoch mit der dann geringeren Anzahl von Güterzügen, die im Ferienmonat auf dem Brenner fahren. Außerdem sind im August auch in Österreich Ferien. So sind beispielsweise keine Schüler durch ausfallende Nahverkehrszüge betroffen.

Italien-Urlauber indes schon: Fernzüge werden zum Teil über die Tauernstrecke (Salzburg-Villach) umgeleitet. Mit Verspätungen – zwei Stunden Minimum – ist zu rechnen. Während der gesamten Zeit werden 40 Busse bereit gestellt, die die Fahrgäste ausfallender Züge zwischen Innsbruck und Brenner auf der Autobahn transportieren. Es sei ausreichend Zeit zum Ein- und Aussteigen eingeplant, auch an Mütter mit Kindern, behinderte Fahrgäste und Fahrräder sei gedacht, versichert die ÖBB.

Zu leiden hat auch eine zusätzliche EuroCity-Verbindung München-Venedig, die die Deutsche Bahn am Wochenende täglich auf die Strecke schickt und die jetzt zeitweise entfällt bzw. umgeleitet werden muss. Eine „Unannehmlichkeit“, die man durchstehen müsse, wie DB-Italien-Manager Marco Kampp sagte.

Die Sperrung:Totalsperrung zwischen Innsbruck und Brenner an sechs Wochenenden:16.6.-18.6./23.6.-25.6./30.6.-2.7./14.7.-16.7./15.9.-17.9./22.9.-24.9. sowie von 6.8. bis 10.9. Teilsperrung (ein statt zwei Gleise befahrbar): ab 11.6., im Juli sowie im September.

Dirk Walter

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