Die Baustelle des Brenner-Basistunnels.
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Die Baustelle des Brenner-Basistunnels.

Wird der Bauauftrag neu ausgeschrieben?

Pfusch am Brenner-Basistunnel: Fünf Jahre Verzögerung? - Zoff mit Baufirma eskaliert

  • Johannes Welte
    vonJohannes Welte
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Die Fertigstellung des Brenner-Basistunnels droht sich um einige Jahre zu verschieben. Grund ist ein heftiger Streit zwischen einem Bauunternehmen und dem Bauherrn.

  • Die Fertigstellung des Brenner-Basistunnels zögert sich hinaus.
  • Ein heftiger Streit zwischen Bauherrn und Bauunternehmen ist entbrannt.
  • Bis zu fünf Jahre länger soll es nun dauern.

Als man 2009 mit dem Bau des Brenner-Basistunnels begann, hieß es, dass es 2028 so weit sein werde, dass man mit dem Zug in vier Stunden von München nach Verona fahren kann – eineinhalb Stunden schneller als bisher. Unterschiedliche Positionen der Bahnen südlich und nördlich des Brenners hatten schon für eine Verzögerung um gut ein Jahr gesorgt. Nun droht ein heftiger Streit zwischen einem Bauunternehmen und der Baugesellschaft das Projekt nochmals zu verzögern.

Die Errichtergesellschaft des Brenner-Basis-Tunnels BBT SE gab am Mittwoch bekannt, dass sie den 2018 abgeschlossenen Bauvertrag für das 15 Kilometer lange Teilstück zwischen dem Ort Pfons und Brenner mit der Arbeitsgemeinschaft H51 gekündigt hat. Letzteres ist ein Zusammenschluss von Bauunternehmen rund um den Wiener Bauriesen Porr AG, die den Zuschlag für das 966 Millionen teure Teilstück bekommen hat. Drei Kilometer des Tunnelstücks sind schon fertig. „Hauptgrund für die Vertragsauflösung sind die endgültige Leistungsverweigerung und Leistungsverzögerungen in mehreren zentralen vertraglichen Punkten und der nunmehr eingetretene Vertrauensverlust“, begründet BBT SE den drastischen Schritt.

Brenner-Basis-Tunnel: Wird der Bauauftrag neu ausgeschrieben?

Die Arge ist der Meinung, dass die von den Auftraggebern bestellten Betonteile (Tübbing), aus denen die Tunnelwand hergestellt wird, mit 40 Zentimeter zu dünn geplant sind. Man habe „eine kostenneutrale Lösung“ mit stabileren Tübbingen vorgeschlagen, auf dieses Angebot aber keine Antwort bekommen. Porr-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Strauss am Mittwoch: „Seit nunmehr mindestens zwei Jahren wissen Vorstand und Aufsichtsrat der BBT SE, dass sie bei der Ausschreibung einen Fehler gemacht haben, der die Sicherheit des Tunnels gefährden würde.“ Die BBT SE wolle Aufsichts- und Managementfehler kaschieren. Die will den Bauauftrag jedenfalls wieder neu ausschreiben. Laut Kurier gehen Experten davon aus, dass das die Fertigstellung des Mega-Tunnels „locker drei bis fünf Jahre zurückwerfen“ wird. J. Welte

Brenner: Längster Eisenbahntunnel der Welt

Der 55 Kilometer lange Brenner-Basis-Tunnel beginnt am südlichen Stadtrand von Innsbruck und unterquert den Alpenhauptkamm östlich des Brenners 1720 Meter unter der Oberfläche und endet bei Franzensfeste 11 Kilometer nördlich von Brixen. Da er an die in Tulfes beginnende Umfahrung Innsbruck anschließt, entsteht mit 64 Kilometern Länge der längste Eisenbahntunnel der Welt. Der Tunnel soll die Autobahnen von Güter- und Personenverkehr entlasten, Kritiker bezweifeln, dass beides mit einem Tunnel geht. Die Baukosten wurden zu Beginn auf 8,384 Milliarden Euro geschätzt.

Tempolimits gelten auf einigen österreichischen Autobahnen nicht für Elektroautos. Allerdings nur für solche mit österreichischen Kennzeichen. Das könnte gegen EU-Recht verstoßen.

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