500 Briefe falsch abgerechnet - Bewährungsstrafe für Postbeamten

Augsburg - Wegen falscher Abrechnung in mehr als 500 Fällen ist ein Postbeamter am Freitag vom Amtsgericht Augsburg zu einem Jahr und vier Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 41 Jahre alte Augsburger über einen Zeitraum von zwei Jahren beim Erheben des Nachentgeltes von Briefsendungen falsch abgerechnet hat. Der Beschuldigte zeigte sich geständig und gab vor Gericht finanzielle Schwierigkeiten als Motiv an.

Durch die falsche Abrechnung war der Deutschen Post ein Schaden von etwa 12 000 Euro entstanden. Diese Summe hat der 41-Jährige, der im Briefzentrum Gersthofen tätig ist, nach Angaben des Gerichts inzwischen zurückerstattet. Er muss zudem 2000 Euro Buße an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Die Taten des Postbeamten summierten sich zu einer Anklageschrift von mehr als 100 Seiten. "Es ist die umfassendste Anklage, die jemals beim Amtsgericht Augsburg erhoben wurde", sagte der Richter. Auf eine Verlesung der gesamten Schrift, die nach seinen Angaben mehr als zehn Stunden gedauert hätte, wurde bei der Verhandlung verzichtet.

dpa/lby

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