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Blau statt rot: Go Ahead hat der Bahn zwei Strecken abgenommen und startet mit neuen Zügen.

„Go Ahead“ löst den Fugger-Express ab

Die Briten kommen! Bahn-Riese von der Insel steigt bald in Bayern ein

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Hilfe, die Briten kommen? Vor uns muss sich niemand fürchten, versichern die Verantwortlichen von Go Ahead. Sie wollen als erster britischer Bahnbetreiber in Bayern starten.

München/Augsburg – Der Fugger-Express ist ein Markenname der Deutschen Bahn, aber seine Tage sind gezählt. In drei Jahren, Ende 2022, wird ein Bahn-Riese von der Insel die Strecke München–Augsburg mit Weiterführung nach Ulm und Treuchtlingen/Würzburg übernehmen: Go Ahead ist ein Neuling in Deutschland, der demnächst in Baden-Württemberg startet und sich bald nach Bayern ausdehnen wird. Der Neuling will Akzente setzen: Für den Fugger-Express muss ein neuer Name her (der allerdings erst noch gefunden werden muss), und neue Züge gibt es sowieso. Zunächst wird aber im Juli erst einmal ein Go-Ahead-Büro in Augsburg eröffnet. „Wir wollen lokaler Partner sein“, sagt der Go-Ahead-Manager Robert Bollmann. Er kündigt an, frühzeitig Lokführer anwerben zu wollen und den Übergang von der Deutschen Bahn zu Go Ahead so geräuscharm wie möglich zu organisieren.

Bisherige Übergänge waren eher Holperstarts

Es wäre allerdings das erste Mal, dass so ein Betriebswechsel klappt. Die bisherigen Übergänge waren eher Holperstarts – mit Schrecken in Erinnerung geblieben ist vielen Rosenheimer Fahrgästen zum Beispiel der Katastrophen-Beginn des Meridians.

Go Ahead will es also besser machen. Statt der bekannten roten Regionalzüge des Typs ET 440 von Alstom, die bei den Fahrgästen wegen enger Sitzabstände nicht sonderlich beliebt sind, rollen künftig blaue Triebwägen ins Schwäbische. Go-Ahead-Manager Robert Bollmann setzt auf neue Züge: zwölf Stück des fünfteiligen Typs Desiro und 44 Stück des kleineren dreiteiligen Mireo. Beide Züge befinden sich erst in der Entwicklung, Siemens muss sie erst noch bauen. Desiro ist ein Doppelstock-Zug mit 538 Sitzplätzen, zwei aneinandergekuppelte Züge haben also insgesamt 1076 Sitzplätze. Das ist etwas mehr als beim Fugger-Express, der maximal auf 960 Plätze kommt.

Schon ein Jahr früher startet Go Ahead im Allgäu, auf der Strecke München–Lindau. Hier werden 22 Züge des Typs Flirt des Herstellers Stadler gekauft. Die Fahrzeiten werden sich zum Teil erheblich verringern, was an der Elektrifizierung der Allgäu-Strecken liegt. So verkürzt sich die Fahrzeit von Memmingen nach München um fast eine halbe Stunde auf 64 Minuten.

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Eigentlich hätte Go Ahead schon früher starten sollen, der Vertrag mit der DB läuft schon Ende dieses Jahres aus. Die DB bekommt jedoch einen drei Jahre gültigen Übergangsvertrag. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft begründet das mit der schwierigen Planung des Fernverkehrs auf der Allgäu-Strecke, die ja auch weiter in die Schweiz führt. „Zudem benötigen die Fahrzeughersteller eine ausreichende Vorlaufzeit.“ An letzterem Punkt hängt sehr viel: Die Fahrzeuge sind oft die Achillesferse, wie das Beispiel Meridian zeigt. Erst kürzlich plagten das Unternehmen (und die Pendler) wieder Kupplungsprobleme – fünf Jahre nach dem Betriebsstart!

„Wir hoffen, dass wir beim Start keine Kinderkrankheiten mehr haben“, sagt Go-Ahead-Manager Bollmann zuversichtlich. Tipps, wie man es besser machen kann, könnte er sich vielleicht just beim Meridian holen. „Der Fabian“, wie Bollmann sagt, also Meridian-Chef Fabian Amini, war während Bollmanns Zeit bei DB Schenker Polska einst sein Kollege. Aber ob Amini so viel verraten will? Konkurrenz könnte Kollegialität Grenzen setzen – immerhin hatte Amini bei der Ausschreibung des Fugger-Express im vergangenen Jahr mitgeboten, war jedoch unterlegen.

Auch interessant: Am Münchner Hauptbahnhof tut sich eine Menge - ab 6. Mai wird der Bau der zweiten Stammstrecke auch für am Hauptbahnhof deutlich sichtbar. Dann beginnt der Abriss eines Kernstücks, der Schalterhalle. Doch es kommt noch mehr weg.

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