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Blutreserven werden knapp: BRK mit dringendem Spenden-Aufruf

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Von: Nina Praun

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Unersetzlicher Dienst an der Gesellschaft: Auch bei Hitze sind Blutspender sehr gefragt – derzeit mehr denn je.
Unersetzlicher Dienst an der Gesellschaft: Auch bei Hitze sind Blutspender sehr gefragt – derzeit mehr denn je. © brk

Es herrscht Dürre in Bayern. Nicht nur auf den Feldern – sondern auch im Krankenhaus. Hier fehlen Blutkonserven. Das BRK bittet nun alle um Mithilfe.

München – Beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes herrscht derzeit etwas Eile. „Jede Spende, die bei uns reinkommt, durchläuft hier den Herstellungsprozess zu verschiedenen Präparaten und wird sofort wieder ausgeliefert“, berichtet Sprecher Patric Nohe. „Im Moment haben wir nur eine Reichweite von etwa drei Tagen.“ Das bedeutet: Sollten ab heute keine neuen Blutspenden mehr abgegeben werden, könnten die Krankenhäuser in Bayern noch drei Tage mit Blutkonserven beliefert werden.

Dann wäre es vorbei mit der Behandlung von chronisch Kranken, mit lebensrettenden Operationen am Herzen oder am Magen, mit der Behandlung Schwerstverletzter nach einem Unfall. Und auch vorbei mit den vielen verschobenen Operationen, die derzeit nach langer Wartezeit in den Krankenhäusern nachgeholt werden.

„Freizeithunger“: Blutkonserven in Bayern sind knapp

Genau die sind mit ein Grund, warum die Reserven bei den Blutspenden so geschrumpft sind. „Wir haben derzeit einen extrem hohen Bedarf an Blutspenden“, erklärt Nohe. In Bayern ist schon der Grundbedarf recht hoch, er liegt bei 2000 Konserven täglich. Nun aber kommen noch die Nachhol-Operationen hinzu.

Und dazu: „Ein hoher Freizeithunger“, erklärt Nohe. Zwar lässt die Bereitschaft zum Blutspenden im Sommer traditionell etwas nach; doch diesen Sommer scheinen die Menschen besonders gerne am See, im Biergarten oder beim Open-Air-Konzert verbringen – und eben nicht an der Kanüle des BRK. „Wir wissen ja, dass die Leute für das Blutspenden ihre kostbare Freizeit opfern“, betont Nohe. „Und das ist großartig. Aber: Es sollte beides gehen. Die Freizeit genießen – und Blut spenden.“

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Blut-Knappheit in Bayern: Im Kampf gegen die Hitze

Ein weiteres Thema sind die hohen Temperaturen. „Mit der Hitze haben wir definitiv zu kämpfen“, sagt Nohe. „Jenseits der 30 Grad wird’s unglaublich dünn.“ Dabei sorgen die Mitarbeiter des BRK dafür, dass es den Freiwilligen auch an einem heißen Tag nach der Blutspende gut geht, betont er. Die Spender sollen viel trinken und gut essen. „Damit man sich stark, kräftig und fit fühlt.“ Dann ist auch die Hitze kein Hinderungsgrund mehr.

„Auch bei 35 Grad müssen sich Menschen finden, die Blut spenden“, erklärt Nohe. Sorgen bereiten ihm auch die Sommerferien – und die vielen Urlauber. Seine Bitte: „Noch vor dem Urlaub Blut spenden.“ Dabei befürchtet er, dass Menschen, die einen Termin buchen wollen und sehen, dass er vergeben ist, gleich wieder aufgeben. „Doch das muss so sein. Wenn die Termine nicht ausgelastet sind, haben wir ein Problem“, sagt Nohe. Also das Thema nicht abhaken, sondern gleich einen anderen Termin aussuchen, appelliert er.

Blutspenden: „Ein unersetzlicher Dienst an die Gesellschaft“

Denn auch heute gilt noch: Es gibt keine künstliche Alternative zum menschlichen Blut. „Blutspenden ist extrem wichtig – es rettet Leben“, sagt Peter Bauer, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler und Patientenbeauftrager der Staatsregierung. Er weiß, welche Probleme Blutspendenot verursachen kann. „Das ist wirklich das Schlimmste, was uns passieren kann. Denn in Notfällen ist jeder von uns auf Fremdblut angewiesen.“

Das betont auch Nohe. „Wir müssen uns alle bewusst machen, dass das Blutspenden ein unersetzlicher Dienst an der Gesellschaft ist. Und wir müssen diesen stillen Helfern des Alltags einfach mehr Respekt zollen.“

Infos und Termine zum Blutspenden gibt es im Internet unter www.blutspendedienst.com

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