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Ein eingespieltes Team: Rudi Scheibenzuber ist sehr zufrieden mit Hekmatullah Muradi. Der Afghane macht gerade eine Ausbildung beim BRK in Miesbach.

Verband will Migrationsberatung ausbauen

BRK fordert mehr Geld für Integrationshilfe

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München - Das Bayerische Rote Kreuz fordert bessere Bedingungen zur Integration von Flüchtlingen. Die Beratungsstellen müssten dringend ausgebaut werden – doch das Geld fehlt. Deshalb richtet das BRK einen Appell an die Staatsregierung.

Martina Schmidberger arbeitet in der Migrationsberatungsstelle in Augsburg. Pro Jahr betreut sie 300 Fälle – das sind etwa doppelt so viele wie vorgesehen. Ihren 26 Kollegen in den anderen bayerischen BRK-Migrationsberatungsstellen geht es ähnlich. „Es fehlt überall Personal“, sagt sie. Und die Arbeit wird in den kommenden Monaten eher mehr als weniger werden. Schmidberger spricht von einem „riesigen Ansturm. Sie sagt: „Wir können das kaum noch koordinieren.“

24 500 Flüchtlinge hat das BRK allein im Jahr 2016 in seinen Migrations- und Asylberatungsstellen betreut. Es ging um Alltagsfragen, um die Wohnungssuche, um Behördengänge. „Viele Flüchtlinge kommen sogar mit Werbezetteln zu uns, weil sie nicht wissen, ob sie wichtig sind“, berichtet Schmidberger. Die Arbeit der Berater sei ganz entscheidend für eine gelingende Integration, betont Brigitte Meyer, die BRK-Vizepräsidentin. Daran zweifelt auch niemand. Das Problem ist ein finanzielles: Die Staatsregierung übernimmt nur rund 80 Prozent der Personalkosten. Die verbleibenden 20 Prozent sowie die Sachkosten kann das BRK nur im aktuellen Umfang stemmen. Ausbauen kann der Verband die Beratungsstellen ohne zusätzliche Unterstützung aber nicht. Anderen Wohlfahrtsverbänden geht es ähnlich. „Deshalb richten wir einen klaren Appell an die Staatsregierung“, betont der stellvertretende Landesgeschäftsführer Wolfgang Obermair. „Wir würden gerne mehr für die Integration tun. Aber der Staat muss uns finanziell so ausstatten, dass wir die Herausforderung meistern können.“

Um diese Forderung zu untermauern, widmet das BRK die gesamte Woche vor dem Weltrotkreuztag am 12. Mai dem Motto „Schützen und Integrieren“. „Wir wollen mit unseren Initiativen und Projekten Möglichkeiten aufzeigen, wie sich jeder Einzelne noch stärker engagieren kann“, sagt Obermair. Das BRK hat beispielsweise ein Schutzprojekt für geflüchtete Frauen und deren Kinder ins Leben gerufen. Daneben gibt es viele weitere Projekte, bei einigen engagieren sich auch Flüchtlinge mit. Zum Beispiel Abduljalil Raad. Er war in seiner Heimat Syrien Psychologe. Nun betreut er im Landkreis Straubing-Bogen traumatisierte Flüchtlinge. Er spricht ihre Sprache, kennt ihre Situation – seine Hilfe war so wertvoll, dass das BRK ihn inzwischen hauptamtlich eingestellt hat.

Das ist das große Ziel, auf das auch Hekmatullah Muradi gerade hinarbeitet. Er hat im März eine Ausbildung im Rettungsdienst begonnen. „Für unser Team ist er eine absolute Bereicherung“, sagt Rudi Scheibenzuber, der Chef des Rettungsdienstes im Kreis Miesbach. „Ich habe selten einen so höflichen Menschen kennengelernt wie Hekmatullah.“ Muradi lächelt, als er das hört. Er liebt seine Arbeit. In seiner Heimat Afghanistan war er Übersetzer, in Bayern hat er das monatelang ehrenamtlich gemacht. Für das Landratsamt, das Krankenhaus, das Amtsgericht. Dann bekam er das Angebot, den Fachlehrgang zu machen. „Sein Deutsch war gut genug“, berichtet Scheibenzuber. Der Rotary Club finanziert Muradi die 520 Stunden Ausbildung. „Wir werden ihn danach auf jeden Fall übernehmen – wenn er das will“, sagt sein Chef und legt ihm freundschaftlich die Hand auf die Schulter. Muradi lächelt. Er ist dankbar. Deshalb möchte er als Rettungsassistent anderen helfen – weil er selbst so viel Hilfe bekommen hat.

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