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Gute Nachrichten für die BRK-Kräfte: Nach zwei Jahren gibt es eine Einigung im Tarifstreit.

Der hart erkämpfte Kompromiss

Endlich! BRK und Verdi einigen sich im Tarifstreit

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Zwei Jahre lang war kein Kompromiss in Sicht: Das Bayerische Rote Kreuz und Verdi haben in teils hitzigen Debatten einen Streit über Tarif und Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte ausgetragen. 

München – Leonhard Stärk ist am Freitagmorgen mit großen Hoffnungen zu dem neuen Verhandlungstermin mit Verdi erschienen. Zum letzten Termin vor der Sommerpause – nach zweijährigen, teilweise sehr hitzigen Debatten. Der BRK-Landesgeschäftsführer hatte angekündigt, unbedingt einen Kompromiss im Tarifstreit finden zu wollen, so verhärtet die Fronten auch waren. Noch um 16 Uhr sah alles danach aus, als würden die Gespräche erneut scheitern. Beide Seiten haben aber bis in die Abendstunden weiter um eine Einigung gerungen – und schließlich einen Kompromiss gefunden. Auf diesen Tarifabschluss warten die BRK-Mitarbeiter seit 2014.

„Ich bin wirklich dankbar und erleichtert“, sagte Stärk gestern. Die letzten Monate habe sich niemand mehr wohlgefühlt mit der Situation. Der Ton war immer härter geworden, Verdi hatte auch Streiks nicht mehr ausgeschlossen. Das BRK sah die Weiterentwicklung der Arbeitsbedigungen seiner Kräfte blockiert und fürchte, keine neuen Mitarbeiter mehr gewinnen zu können. Die Einigung war dringend nötig.

Warum ging es bei dem Tarifstreit genau?

Hauptstreitpunkt war die Arbeitszeit beim Rettungsdienst. Die Gewerkschaft forderte eine Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden, das BRK bestand auf die Option einer 45-Stunden-Woche. Stärk hatte immer betont, sie gelte nur in Regionen, in denen bei Zwölf-Stunden-Schichten mindestens drei Bereitschaftsstunden anfallen, die den Einsatzkräften Ruhepausen ermöglichen. Da die Personalkosten von den Krankenkassen refinanziert werden, seien dem BRK die Hände gebunden. Verdi war trotzdem nicht bereit, von der Forderung abzuweichen. 

So sieht der Kompromiss aus

Der Kompromiss sieht nun so aus: Ab 1. Januar 2018 wird für die BRK-Kräfte im Krankentransport durchgehend die 38,5-Stunden-Woche mit festen Pausen gelten. „Dieser Bereich ist planbar“, sagt Stärk. „Aber es kann für Patienten bedeuten, dass sie auf einen Transport länger warten müssen.“ 

In der Notfallrettung bleibt es bei den unregelmäßigen Kurzpausen und der 45-Stunden-Woche, wenn nach Abzug von neu definierten Zusatzarbeiten mindestens drei Stunden Bereitschaft verbleiben. Auch was die Ankündigungsfrist von zwei Tagen für kurzfristige Dienstplanänderungen angeht, hat das BRK Zugeständnisse gemacht. Das Thema war lange ein Tabu, Stärk hatte betont, die Personaldecke sei zu dünn, um ohne kurzfristige Dienstpläne arbeiten zu können. Künftig sollen die Änderungen vor Ort geregelt werden. 

Ein wesentlicher Erfolg ist laut Stärk die vollständige Angleichung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes mit Sonderregelungen für typische Rotkreuztätigkeiten und eine Anhebung der Gehälter für BRK-Erzieher. Für die 4000 Mitarbeiter des Rettungsdienstes hatten sich beide Seiten bereits 2016 auf eine neue Entgelttabelle geeinigt. 

Schon seit April hatten die BRKler 2,4 Prozent mehr Gehalt bekommen. Auch beim dritten großen Streitpunkt, den Entlastungen für ältere Arbeitnehmer, haben beide Seiten einen Kompromiss gefunden. Mit Hilfe arbeitsmedizinischer und juristischer Experten sollen bis Ende 2018 Lösungen entwickelt werden. „Der Tarifabschluss bedeutet für das BRK eine Zusatzbelastung in Millionenhöhe“, betonte Stärk. Trotzdem ist er erleichtert, dass der jahrelang Streit endlich beigelegt ist. „Beide Seiten hatten sich verrannt, die Stimmung hatte sich zu sehr aufgeschaukelt.“ Deshalb wurden im Mai Expertengruppen gebildet, die bei der Kompromissfindung nun entscheidend geholfen haben.

Für das BRK ist das Verhandeln noch nicht vorbei. Jetzt geht es darum, dass die Krankenkassen die Zusatzkosten übernehmen. Stärk stellt sich auf schwierige Gespräche ein, ist aber zuversichtlich. „Für einzelne Aspekte der Einigung im Rettungsdienst gibt es bereits Zusagen der Krankenkassenverbände.“ Die Einigung muss noch von den beiden großen Tarifkommissionen bestätigt werden. Was das angeht, haben beide Seiten keine Bedenken. Stärk wird den BRK-Kräften heute die gute Nachricht überbringen.

Katrin Woitsch

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