Probleme in der Forstwirtschaft

Brunner plant Hilfe für Waldbesitzer

München - Die Forstwirtschaft in Bayern hat ein Problem: Immer mehr Waldbesitzer haben zu wenig Ahnung vom Wald oder leben in der Stadt. Um ihre privaten Wälder kümmern sie sich deshalb nicht.

Inzwischen sind 40 Prozent des Privatwalds in Bayern im Besitz städtischer Waldbesitzer, die nach Einschätzung der Forstfachleute im Agrarministerium mangels räumlicher Nähe, Zeit, Ausrüstung und Fachwissen ihre Wälder nicht mehr selbst bewirtschaften können. Außerdem erschwerten die geringen Besitzgrößen von durchschnittlich zwei Hektar schnelle Fortschritte beim Umbau gefährdeter Nadelwälder in klimatolerante Mischwälder, fürchtet Agrarminister Helmut Brunner.

Der niederbayerische CSU-Politiker will deshalb mit einem „Pakt für den Privatwald“ Abhilfe schaffen, den er am Dienstag im Kabinett vorlegte. So sollen ab Januar die Förderprogramme „attraktiver und unbürokratischer“ gestaltet werden. Bei der Pflanzung und natürlichen Verjüngung von Wäldern soll es für sämtliche klimatauglichen Laubbaum- und Nadelbaumarten finanzielle Zuschüsse geben.

Brunner will auch die Einbindung in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen verbessern. Diese sollen über Waldpflege- und Nutzungsverträge dort einspringen, „wo sich die eigentlichen Besitzer nicht mehr selbst um ihre Flächen kümmern können“, erklärte Brunner. Nur so könnten bis zum Jahr 2020 rund 100 000 Hektar Wald in zukunftsfähigen Mischwald umgebaut werden. Unterzeichnet werden soll der „Pakt für den Privatwald“ von Ministerpräsident Horst Seehofer am 2. August im Landkreis Kitzingen.

Der demografische Wandel wird nach Einschätzung des Agrarministeriums in den nächsten Jahrzehnten weitere Spuren im Wald hinterlassen: 2030 würden voraussichtlich schon 60 Prozent der Waldbesitzer in der Stadt leben. 1977 waren es 10 Prozent.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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