Brutale Schläger zu langen Haftstrafen verurteilt

Passau - Die beiden jungen Männer, die einen Passauer Kinobesucher zusammengetreten haben, müssen mehrere Jahre in den Knast. Sie sind zu langen Haftstrafen nach dem Jugendstrafrecht verurteilt worden.

Das Passauer Landgericht hat am Freitag zwei brutale Schläger zu langen Jugendstrafen verurteilt. Ein 18 Jahre alter Mann bekam wegen gefährlicher Körperverletzung eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Er hatte grundlos einen ihm völlig fremden Kinobesucher zusammengetreten. Das Opfer, ein 22-Jähriger, hatte mitFreunden im Kino seinen Geburtstag gefeiert. Er erlitt mehrere Brüche im Gesicht und muss nun den Rest seines Lebens ein Gebiss tragen.

Der 19 Jahre alte Mittäter, der zuerst auf das Opfer losgegangen war, erhielt sogar fünf Jahre Gefängnis. Bei ihm wurden aber mehrere andere Taten und eine frühere Bewährungsstrafe in das Strafmaß eingerechnet.  Ein dritter Angeklagter (19) erhielt eineinhalb Jahre ohne Bewährung.

Die beiden Haupttäter waren einfach auf Ärger aus und hatten sich deshalb in der Nacht zum 6. Dezember 2009 willkürlich ein Opfer ausgesucht, hieß es in dem Verfahren. Der 18-Jährige hatte das Verbrechen in dem Prozess vor der Jugendkammer auch zugegeben; bei der Tat war er betrunken. Ursprünglich war er sogar wegen versuchten Mordes angeklagt, dies war in dem Verfahren aber nicht zu halten. Das Gericht ging davon aus, dass der Jugendliche drei bis viermal auf den am Boden liegenden Mann eingetreten hat. Die Staatsanwaltschaft war zunächst sogar von mindestens zehn Tritten gegen den Kopf ausgegangen.

Obwohl der 18-Jährige im Gegensatz zu seinen Mitangeklagten keine Vorstrafen hatte, verurteilte ihn das Gericht aufgrund der außerordentlichen Brutalität zu einer für das Jugendstrafrecht relativ hohen Strafe. “Der Angeklagte ist ausgetickt, anders kann man das nicht sagen“, meinte der Richter. Aber er habe gewusst, was er tat. Bei der Tat vor einem Kinocenter war er extra um den 22-Jährigen herumgegangen, um weiter zutreten zu können, als sich das Opfer weggedreht hatte. Die beiden anderen Angeklagten standen auch noch wegen anderen Körperverletzungen vor Gericht. Beide waren zuletzt erst wenige Wochen vor dem Überfall auf den Kinobesucher verurteilt worden.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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