Polizei und Sicherheitsdienste arbeiten enger zusammen 

Ein Bündnis für die Verbrecherjagd

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Erding - Bayerns Polizei will künftig enger mit Sicherheitsdiensten zusammenarbeiten, um die Aufklärungsquote von Verbrechen zu erhöhen. Aber auch die Sicherheitsdienste sollen von der Kooperation profitieren.

64 Prozent der Verbrechen im Freistaat werden aufgeklärt. Mit 40 000 Beamten sind mehr Polizisten denn je in Bayern unterwegs. Die bayerische Polizei steht ausgezeichnet da. Das reicht Innenminister Joachim Herrmann (CSU) aber noch nicht. Er will Bayern noch sicherer machen.

Dazu werden die privaten Sicherheitsdienste und die Polizei ihre Zusammenarbeit intensivieren. Eine Kooperation soll der erste Schritt sein – sie wurde gestern am Rande des 4. Bayerischen Sicherheitstages des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft und des Bayerischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft am Flughafen München vereinbart. „Die privaten Sicherheitsdienstleister sind kompetente Kooperationspartner“, sagte der Innenminister. Beide Seiten arbeiten zwar schon seit Jahren zusammen – gestern haben sie die Kooperation mit einer Unterschrift besiegelt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Sicherheitsdienste ähnliche Befugnisse wie die Beamten erhalten. „Fahndungen und Festnahmen bleiben selbstverständlich der Polizei vorbehalten“, sagt Herrmann. Das Motto der privaten Sicherheitsdienste lautet: „Beobachten, erkennen, melden.“ Sie sollen der Polizei zuarbeiten, die Augen noch offener halten als ohnehin schon. Im Einzelfall ist sogar geplant, die Sicherheitsdienste bei Öffentlichkeitsfahndungen einzubeziehen. Außerdem will Herrmann das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern: „Nur wo man sicher lebt, lässt man sich gerne nieder“, sagte der Innenminister. Im Fokus hat er besonders Einbruchskriminalität: Wenn die Sicherheitsdienste etwas Verdächtiges bemerken, sollen sie es sofort der Polizei melden.

Aber auch die Sicherheitsunternehmen sollen von der Zusammenarbeit profitieren: Die Polizei wird sie mit Informationen zum Vorgehen von Täterbanden versorgen. Die nutzen die Sicherheitsdienste – beispielsweise dazu, spezielle Sicherungstechniken zu entwickeln. Es soll auf beiden Seiten Ansprechpartner geben, die für eine reibungslose Kommunikation sorgen.

Viele Sicherheitsdienste sind bei Firmen tätig. Herrmann glaubt allerdings nicht, dass sich das Augenmerk der der Polizei zunehmend auf Unternehmen verlagert: „Private Sicherheitsdienste bedeuten eine Entlastung für die Polizei.“ Denn: „Je mehr sich ein Unternehmen um die eigene Sicherheit kümmert, desto mehr Zeit hat die Polizei für die Bürger.“ Und das sei laut Herrmann ein „Gewinn für die Gesellschaft“.

Die Kooperation ist der Startschuss für ein Pilotprojekt: Ein Jahr lang werden Polizei und Sicherheitsdienste die Zusammenarbeit in den Ballungsräumen Nürnberg und München intensivieren. Danach ziehen sie kritisch Bilanz. Wenn die Kooperation erfolgreich war, könnte eine landesweite Zusammenarbeit eingeführt werden.

Von Anton Hirschfeld

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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