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Das alte Rathaus in der Altstadt von Deggendorf. Am Sonntag haben die Bürger der niederbayerischen Stadt über die Höhe eines Hochhauses abgestimmt.

Bürgerentscheid

Hauptsache kleiner als der Kirchturm: Deggendorf bekommt ein Hochhaus

Deggendorf - In Deggendorf soll ein Hochhaus entstehen, darüber besteht Einigkeit. Doch ob es nur 22 oder doch 36 Meter hoch werden soll, darüber gab es Zwist. Nun ist eine Entscheidung gefallen.

Es darf ein bisschen mehr sein: Im Stadtzentrum von Deggendorf wird die höhere Variante eines geplanten Hochhauses zugelassen. Rund 68 Prozent derjenigen, die sich am Bürgerentscheid am Sonntag beteiligten, sprachen sich für den 36 Meter hohen Entwurf und gegen eine Begrenzung auf 22 Meter aus. Doch letztlich zählte dieses Votum nicht: Weil insgesamt zu wenige Bürger zur Abstimmung gingen, wurde die notwendige Stimmenzahl verfehlt. In der Konsequenz gilt nun der zugrundeliegende Stadtratsbeschluss - der aber ebenfalls zugunsten der höheren Bebauung ausgefallen war.

Nur 8237 von 25 651 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben; damit wurde das Quorum von 20 Prozent ganz knapp verfehlt, wie Stadtsprecherin Viola Mühlbauer berichtete. Die Diskussion um die angemessene Höhe des geplanten Gebäudes hatte die Gemüter des Städtchens bewegt.

Die Befürworter der höheren Variante des Neubaus stellten eine deutliche Mehrheit im Stadtrat, während sich die Freien Wähler für die niedrigere Variante aussprachen. Eine höhere Bebauung würde die denkmalgeschützte Silhouette der Altstadt erheblich beeinträchtigen, argumentierten sie. Das sah auch ein Teil der Wähler so, und es kamen ausreichend Stimmen für einen Bürgerentscheid zusammen.

„Ein markanter Punkt für das neue Deggendorf“

In Deggendorf wird seit vielen Jahren über die Aufwertung des Hochschulviertels in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadthalle diskutiert. Unstrittig ist die Nutzung des etwa 65.000 Quadratmeter großen Geländes für Büros, Handel, wissenschaftliche Einrichtungen und Wohnungen. Nur über die Höhe des Hochhauses gab es Zwist.

„Am Eingang des Viertels soll ein markanter Punkt hin, der für das neue Deggendorf steht“, hatte Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) kurz vor dem Bürgerentscheid erläutert. „Da sind 36 Meter genau richtig.“ Schließlich seien die angrenzenden Werfthallen schon 30 Meter hoch. Orientiert habe man sich bei der Planung an der Höhe des Alten Rathauses, erklärte Moser. Dieses ist inklusive des Kupferdachs 56 Meter hoch. Die höchsten Kirchtürme in Deggendorf überragten das geplante Hochhaus sogar um 30 bis 40 Meter. In dem Neubau will der Hauptinvestor, dem 40 000 Quadratmeter der neu zu bebauenden Fläche gehören, seine Firmenzentrale einrichten.

dpa

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