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AKW Grafenrheinfeld

Bürgermeister fordern Flugverbot über AKW

Grafenrheinfeld/Schweinfurt - Unterfränkische Bürgermeister haben einen sofortigen Stopp militärischer Übungsflüge über dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld gefordert.

Nur so könnten Abstürze in der Nähe des Reaktors verhindert werden, betonen die Gemeindeoberhäupter von Sennfeld und Schwebheim (Landkreis Schweinfurt) in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Flugübungen mit Kampfjets der US-Armee in der Nähe des Kernkraftwerks hätten die Bevölkerung im vergangenen Dezember in Angst und Schrecken versetzt, sagten die Bürgermeister Emil Heinemann (CSU) und Hans Fischer (SPD).

Das Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, eine Gefahr bestehe nicht, da bei einer Flughöhe von 600 Metern und einem seitlichen Abstand von 1500 Metern eine ausreichend große Distanz zu dem Atomkraftwerk eingehalten werde. Im Jahr 1985 war ein Flieger der Bundeswehr drei Kilometer vom Kraftwerk entfernt abgestürzt.

Unterstützung bekamen die beiden Kommunalpolitiker am Freitag von Parlamentariern aus der Region. Die beiden unterfränkischen Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Hans Jürgen Fahn und Günther Felbinger, verlangten neben dem Flugstopp eine sofortige Sicherheitsüberprüfung des Atommeilers. “Grafenrheinfeld darf nicht zum bayerischen Fukushima werden“, betonten sie in einer Erklärung.

Der unterfränkische SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Hofmann warnte erneut die Staatsregierung davor, einen möglichen Riss an einem Rohr im Primärkreislauf des Kraftwerks zu verschleiern. Um Klarheit zu schaffen, sollte den seit Monaten immer wieder auftauchenden Hinweisen endlich ein unabhängiges Institut, etwa das Öko-Institut in Darmstadt nachgehen. In den TÜV und die bayerischen Aufsichtsbehörden habe er kein Vertrauen mehr, sagte Hofmann.

dpa

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