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BN-Vorsitzender Hubert Weiger mit einem Werbeplakat für den Naturpark Steigerwald (Archivbild).

Antrag im Landtag

Bund Naturschutz kämpft um Steigerwald-Park

Nürnberg - Der Bund Naturschutz (BN) kämpft dafür, dass das Waldschutzpark-Gebiet im Steigerwald seinen Status als Nationalpark behält. Nun soll der Landtag die Frage entscheiden.

Der Bund Naturschutz (BN) protestiert heftig gegen die geplante Aufhebung eines Waldschutzgebietes im Steigerwald durch die Staatsregierung. „Das wäre ein Tiefschlag für den gesamten Naturschutz in Bayern und eine Kampfansage“, sagte BN-Chef Hubert Weiger am Montag in Nürnberg. Eine CSU-Spitzenrunde hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass der neue Bamberger Landrat Johann Kalb eine Anordnung seines Vorgängers Günther Denzler (beide CSU) zurücknehmen soll, mit der dieser im April einen Teil des Walds nahe Ebrach unter Schutz gestellt hatte.

Dieses Waldschutzgebiet sei vor der Kommunalwahl völlig korrekt ausgewiesen worden, sagte Weiger. Die Mehrheit der Bevölkerung sei dafür gewesen, es habe nur wenige Einwände gegeben. Falls das Schutzgebiet tatsächlich zurückgenommen werde, „werden wir sämtliche Klagewege ausschöpfen“, sagte Weiger - bis zum Bayerischen Verfassungsgerichtshof.

Die Grünen fordern nun mit einem Dringlichkeitsantrag einen Landtagsbeschluss zum Erhalt des Schutzgebietes. Das Parlament soll sich nach Forderung der Grünen dazu bekennen, dass es sich bei dem Waldstück um einen Lebensraum von europäischer Bedeutung handelt. Auch die SPD forderte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf, das Schutzgebiet nicht zurückzunehmen.

BN-Vorsitzender Weiger: Verzicht wäre "schwerer Rückschlag"

Ein Verzicht wäre „ein schwerer Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung der strukturschwachen Region“, argumentiert BN-Chef Weiger. Mit dem 775 Hektar großen Schutzgebiet, in dem sich langfristig Naturwald entwickeln sollte, bestehe die Möglichkeit für eine Bewerbung um ein Weltnaturerbe, was sowohl den Tourismus als auch den Arbeitsmarkt ankurbeln würde. Buchenwälder hätten für den Naturschutz zudem eine besondere Bedeutung und es gebe sie weltweit nur in Mitteleuropa.

Der BN macht vor allem Innenstaatssekretär Gerhard Eck für die geplante Aufhebung des Schutzgebietes verantwortlich. Der unterfränkische CSU-Bezirkschef ist Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“ und kämpft seit Jahren gegen einen Nationalpark Steigerwald. Grund sind befürchtete wirtschaftliche Verluste, die die Einschränkungen der Waldnutzung mit sich bringen könnten.

Die Umweltschützer argumentieren, dass das Schutzgebiet ausschließlich Wald im Besitz des Freistaates umfasse, und kein privater Waldbesitzer betroffen sei. Die Einschränkung des Fortbetriebes mache im Jahr schätzungsweise nur knapp 30 000 Euro aus. Das Land sei durch einen Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2007 außerdem verpflichtet, zehn Prozent der öffentlichen Wälder zu Naturwäldern zu machen. Doch Bayern stelle sich hier im Gegensatz zu anderen Bundesländern komplett quer, sagte Weiger.

dpa

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