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Scheue Gäste: Wölfe und Luchse meiden Menschen. Trotzdem häufen sich die Sichtungen.

Sichtungen werden häufiger

Landwirtschaftsminister will Wölfe zum Abschuss freigeben

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München - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) fordert eine „beschränkte Abschussfreigabe“ für Wölfe. Wegen der wachsenden Zahl müsse der Bestand reguliert werden. Der Wolf ist nicht das einzige scheue Tier, das sich wieder häufiger in den Wäldern blicken lässt.

Der Wolf hat keine natürlichen Feinde – und genau das wird nun für ihn zum Problem. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will den Wolfs-Bestand in Deutschland mit einer beschränkten Abschussfreigabe regulieren. Der wachsende Bestand macht ihm Sorgen. „In einem dicht besiedelten Land wie bei uns müssen der Ausbreitung Grenzen gesetzt werden“, sagte Schmidt. „Mir scheint, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem gehandelt werden muss.“ Die Umweltschutzorganisation WWF nennt die Diskussion dagegen eine „postfaktische Scheindebatte“ und fordert von der Politik ein Bekenntnis zum Existenzrecht der Tiere.

Bislang sind Wölfe in Deutschland streng geschützt – und seit Jahren auf dem Vormarsch

Zuletzt wurden 46 Rudel, mehr als ein Dutzend Wolfspaare und mehrere sesshafte Einzeltiere nachgewiesen. Auch in Bayern gibt es immer wieder Meldungen über einzelne Tiere. Mittlerweile leben Wölfe in sechs Bundesländern. Immer wieder kommt es zu Angriffen aufs Schafe und Wildtiere, die die Diskussion um eine Bejagung der Raubtiere neu befeuert. Sachsen traf in einem Managementplan für Wölfe bereits entsprechende Regelungen. Tiere, die aggressiv gegenüber Menschen auftreten und wiederholt trotz Schutzmaßnahmen Nutztiere reißen, können dort in Ausnahmefällen vergrämt oder abgeschossen werden.

Nicht nur der Wolf wagt sich wieder häufiger vor. Auch der Luchs wird vermehrt gesichtet. Am Donnerstag ist im Landkreis Tirschenreuth im Fichtelgebirge ein Luchs gefangen worden. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um ein Männchen vom skandinavischen Typus. Das Tier wird nun auf Krankheiten, Verletzungen und Herkunft untersucht, bevor es wieder freigelassen wird, meldet das Bayerische Landesamt für Umwelt.

Vor Luchsen besteht kein Grund zur Sorge, betont Thomas Schreder, Sprecher des Bayerischen Jagdverbands. „Ich kann mir keine Situation vorstellen, in der sie für den Menschen gefährlich werden könnten.“ Auch größere Wildtiere haben nichts zu befürchten. Rehe allerdings schon. Wenn sich ein Luchs im Revier aufhält, werden die Rehe dort scheuer, erklärt Schreder. Auch für die Jäger ist das nicht ganz unproblematisch. Die Tiere, die der Luchs reißt, werden nicht in den Abschussplan eingerechnet. „Das kann dazu führen, dass in den betroffenen Revieren die Dichte an Rehen sehr dünn wird.“

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Fälle von vorsätzlichen Luchstötungen. Teilweise wurden nur abgetrennte Körperteile der Tiere entdeckt. Fälle wie diese kann sich auch Jäger Schreder nicht erklären. „Ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum der Luchs gewildert wird.“

kwo/afp

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