"Stromautobahnen": Transparenz beim Bau

München - Wegen der Energiewende müssen in Deutschland neue Höchstspannungsleitungen gebaut werden; eine dieser „Stromautobahnen“ führt höchstwahrscheinlich auch durch Bayern.

Um die Akzeptanz der neuen Trassen und Leitungen in der Bevölkerung zu erhöhen, will die Bundesnetzagentur für Transparenz sorgen und die Bürger umfassend in die Planungen einbeziehen. „Wir sind derzeit mitten in den Konsultationen für den Netzentwicklungsplan“, berichtete Vizepräsident Peter Franke am Mittwoch in Nürnberg auf einem von bundesweit sechs Informationstagen. Auch an den folgenden Planungsstufen werde die Öffentlichkeit beteiligt.

Widerstände sind zu befürchten, denn das bisherige Stromnetz muss kräftig erweitert werden. Bis 2022 sollen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen. Zugleich wird die dezentral organisierte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgebaut. „Es wird den Erzeugungsschwerpunkt in Norddeutschland geben, die Abnahmeschwerpunkte werden aber weiter in Süddeutschland sein. Daraus folgt, dass unser Übertragungsnetz erheblich ausgebaut werden muss“, erläuterte Franke.

Noch ist überhaupt nicht klar, wo die Trasse durch den Freistaat am Ende verlaufen wird. Fest stehen - vorbehaltlich der Entscheidung des Bundestages - bislang nur der Anfangs- und der Endpunkt der Strecke: In Sachsen-Anhalt erzeugter Windstrom soll von Bad Lauchstädt in der Nähe von Halle an Nürnberg vorbei nach Meitingen im Landkreis Augsburg transportiert werden. Und zwar nicht wie bislang bei Hochspannungsleitungen üblich als Drehstrom, sondern als Gleichstrom - dadurch geht beim Transport weniger Energie verloren.

Um die Entscheidung über die spätere Trassenführung vorzubereiten, hat die Bundesnetzagentur großräumig geprüft, ob entlang der bundesweit vier geplanten Stromautobahnen sogenannte schutzwürdige Güter zu berücksichtigen sind. Das können etwa dicht besiedelte Gegenden sein, in denen die Bevölkerung nicht den elektromagnetischen Feldern ausgesetzt werden soll. Auch Natur- oder Landschaftsschutzgebiete haben Einfluss auf die Trassenführung, ebenso wie zum Beispiel große Vogelflugrouten.

dpa

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