Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer an einem Gymnasium in Bayern.
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Die Bundes-Notbremse sieht einen schnelleren Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht vor. (Symbolbild)

Betreuungsgemeinschaften gestrichen

Auch Bayern betroffen: Wegen Bundes-Notbremse - Bald schnellerer Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht

  • Thomas Eldersch
    VonThomas Eldersch
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Die Bundes-Notbremse ist beschlossene Sache. Besonders die neuen Regeln im Bereich Schule könnten Eltern, Lehrer und Schüler in Bayern auf die Barrikaden treiben.

München - Am Freitag (23. April) ist sie in Kraft getreten: die Bundes-Notbremse. Im Gepäck hat sie jede Menge neue Regeln - auch für den Freistaat. Im Bereich Schule geht Bayern aber bei einem Punkt einen eigenen Weg. Die bundeseinheitliche Regel, ab einer Inzidenz von 165 in den Distanzunterricht zu wechseln, hatten Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) schnell gekippt. Bayern bleibt bei der bereits zuvor als Grenze dienenden Inzidenz von 100. Es gibt aber bald Änderungen für Schüler, Lehrer und Eltern.

Schnellerer Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht dank Corona-Notbremse

Mit der Bundes-Notbremse geht ab dem 3. Mai ein schnellerer Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht einher. Bisher - und auch noch kommende Woche - galt die Regel, liegt die Inzidenz* am Freitag bei über 100, dann gilt in der darauffolgenden Woche für die Region Homeschooling. Zukünftig muss schon zwei Tage nach dem Überschreiten der 100er-Grenze in den Distanzunterricht gewechselt werden. Ausgenommen von der Regel sind wie bisher, die Schüler:innen der Abschlussklassen sowie der vierten und elften Jahrgangsstufen. Die neue Reglung macht also die Planung für Eltern, Lehrer und Schüler nicht gerade leichter.

Die Regel für die Rückkehr in den Wechsel- beziehungsweise Präsenzunterricht wurde sogar noch einmal verschärft. Bis zu einer Inzidenz von 100 dürfen die Schüler wieder zurück an die Schulen, aber nur wenn der Wert über fünf Tage in einer Region gehalten wird. Bisher waren es drei Tage. Die alte Regel mit dem Freitag als Inzidenz-Stichtag wird am Freitag das letzte Mal angewendet. Das bestätigte das Kultusministerium dem BR.

Corona: Wegen der Bundes-Notbremse gibt es zukünftig auch keine Betreuungsgruppen mehr

Und auch eine weitere bayerische Besonderheit fällt der Bundes-Notbremse zum Opfer. Bisher war es möglich, dass Familien - auch bei einem Inzidenzwert über 100 - die Betreuung von Kindern aus einem anderen Haushalt übernehmen durften. Betreuungsgemeinschaften seien nicht mehr möglich, weil das die Bundes-Notbremse nicht zulasse, bestätigte das bayerische Gesundheitsministerium dem BR. Noch vor wenigen Tagen gab Bayerns Familienministerin Carolina Trautner (CSU) bekannt, dass „wechselseitige, privat organisierte, feste und unentgeltliche Eltern-Betreuungsgruppen mit Kindern aus höchstens zwei Hausständen“ möglich seien. Dieser Passus wurde jetzt aus der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gestrichen.

Kritik hagelte es von der bayerischen Opposition. Grünen-Landtagsfraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann sagte dem BR: „Diese schwammige Formulierung ist bezeichnend für die Corona*-Politik der Söder*-Regierung. Wir brauchen hier eine klare Aussage. Betreuungsgemeinschaften müssen möglich sein, unabhängig von der Inzidenz, im Interesse unserer Kinder.“ Familien und Kinder seien an der Belastungsgrenze und in den letzten Monaten teilweise über ihre Grenzen gegangen, betonte Hartmann. „Sie dürfen nicht noch mehr belastet werden. Weitere notwendige Kontaktreduzierungen müssen am Arbeitsplatz passieren.“ (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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