Attacke mit spitzem Gegenstand

Bundespolizist angegriffen: Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft

Ein 18-Jähriger soll 2016 am Ansbacher Bahnhof einen Bundespolizisten hinterrücks mit einem spitzen Gegenstand attackiert haben - der stürzte eine Treppe hinunter. 

Ansbach - Weil er einen Bundespolizisten angegriffen habe, soll ein 20-Jähriger aus Sicht der Staatsanwaltschaft lange ins Gefängnis. Der Ankläger forderte am Freitag vor dem Landgericht Ansbach sieben Jahre Freiheitsstrafe nach Jugendstrafrecht. Der damals 18-Jährige soll im April 2016 am Ansbacher Bahnhof einen Bundespolizisten hinterrücks mit einem spitzen Gegenstand attackiert haben. Der Beamte stürzte eine Treppe hinunter und erlitt zahlreiche Verletzungen. Der Anwalt des 42-jährigen Beamten forderte sogar acht Jahre Gefängnis. „Es war dem Täter völlig egal, ob hier ein Mensch verreckt oder nicht“, sagte der Vertreter der Nebenklage.

Die Verteidigung dagegen forderte Freispruch für den 20-Jährigen. Es gebe keinen Sachbeweis, keine Filmaufnahme, kein Blut, keine DNA und keine Tatwaffe in dem Fall, sagte der Anwalt. Das Phantombild ähnele seinem Mandanten zwar, doch vieles passe auch nicht zusammen.

Selbst der Beamte war sich im Prozess nicht hundertprozentig sicher, dass es sich bei dem Angeklagten um den Täter handelt. Der 20-Jährige hatte sich nicht zur Tat geäußert. Gegenüber einer Bekannten, drei Mithäftlingen und einer Vollzugsbeamtin hatte er sich mit der Tat gebrüstet, aber stets eine andere Version erzählt. Mal hatte er „einem Bullen eine auf's Maul gegeben“; ihn ein anderes Mal „in die Hand gestochen“. Er habe sich damit bloß wichtig machen wollen, sagte sein Anwalt. Täterwissen sei dies nicht. Der Bundespolizist wurde nämlich nicht geschlagen, sondern mit einem spitzen Gegenstand in die Brust gestochen und dann die Treppe hinunter gestoßen.

Das Urteil soll am nächsten Freitag (30. Juni) gesprochen werden

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vermisste Tramperin Sophia L.: Schicksal weiterhin unklar 
Seit vergangener Woche wird die 28-jährige Leipzigerin Sophia L. vermisst. Einem spanischen Medienbericht zufolge wurde jetzt ihre Leiche an einer Tankstelle gefunden. …
Vermisste Tramperin Sophia L.: Schicksal weiterhin unklar 
Gebrochene Schulter: Bus-Fahrgast stürzt nach Vollbremsung - war er selbst schuld?
Wer haftet, wenn ein Fahrgast in einem Linienbus stürzt und sich verletzt? Zu dieser Frage hat das Oberlandesgericht (OLG) München am Freitag eine außergerichtliche …
Gebrochene Schulter: Bus-Fahrgast stürzt nach Vollbremsung - war er selbst schuld?
Nur Gewürze im Gepäck? Frau (23) mit brisanter Fuhre im Nachtzug erwischt
Am Mittwochvormittag waren Schleierfahnder erneut auf der Schiene erfolgreich. Im Nachtzug Rom-München machten sie einen brisanten Fund.
Nur Gewürze im Gepäck? Frau (23) mit brisanter Fuhre im Nachtzug erwischt
Frösteln beim Public Viewing: So hart geht der Wettergott mit den Bayern ins Gericht
Von Sommer keine Spur: Das Wetter meint es derzeit nicht gut mit den Bayern. Am Wochenende muss sich der Freistaat auf frostige WM-Spiele einstellen.
Frösteln beim Public Viewing: So hart geht der Wettergott mit den Bayern ins Gericht

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.