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Neun-Euro-Ticket: Wo kaufen? Wie lange gültig? Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Von: Nadja Hoffmann

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Am 1. Juni startet der Verkauf des Neun-Euro-Tickets für den ÖPNV. Wir beantworten Ihnen hier die neun wichtigsten Fragen rund um die Sparaktion.

München - Einen ganzen Monat lang für neun Euro unterwegs sein: mit den Öffis in der Stadt, per S-Bahn aufs Land oder mit dem Regionalzug bis ans andere Ende Bayerns. Wer mag, kann derart günstig sogar bis an die Nordsee zuckeln. Das verspricht die Bundesregierung für drei Sommermonate und setzt mit dem Neun-Euro-Ticket neue Standards.

Das Kabinett in Berlin hat erst vor wenigen Tagen grünes Licht für die Sparaktion gegeben, die Teil des Entlastungspakets 2022 ist. Ein Schritt, der geteilte Meinungen hervorruft. „Für München und die Region ist das eine sehr gute Nachricht“, sagt beispielsweise Dr. Bernd Rosenbusch, Chef des MVV. „Mit dem Ticket haben wir ein tolles Angebot, um Kunden zurückzugewinnen und neue Kunden zur Nutzung von Bus und Bahn zu bewegen.“ Wer öffentlich fährt, spart Benzin und Diesel. „Wir sind energieeffizient, was in heutigen Zeiten sehr wichtig ist.“

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Neun-Euro-Ticket im Entlastungspaket 2022: Bayerns Verkehrsminister hält Ticket für „Mogelpackung“

Herbe Kritik an den Plänen des Bundes übt hingegen Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) – und fordert zugleich Nachbesserungen bei der Finanzierung. Berlin solle bei seinem Versprechen bleiben, die Kosten für das Ticket komplett zu übernehmen. „Das Neun-Euro-Monatsticket ist nach wie vor eine Mogelpackung“, schimpft Bernreiter. „Ein nicht unerheblicher Teil der Lasten wird bei Ländern, Kommunen und Verkehrsunternehmen abgeladen.“ Letztere bereiten sich derweil auf die Einführung des Tickets vor. Was müssen die Kunden jetzt wissen? Der Merkur gibt alle Antworten auf die wichtigsten Fragen:

In welchem Zeitraum gilt das Neun-Euro-Ticket? Die Aktion läuft vom 1. Juni bis zum 31. August. In Bayern betrifft das die Pfingstferien (7. bis 18. Juni) und einen Teil der Sommerferien ab 1. August.

In welchen Zügen gilt das Neun-Euro-Ticket? Gültigkeit soll das Sparticket deutschlandweit haben – im Nah- und Regionalverkehr. Es gilt in der Tram, im Bus, in U- und S-Bahn sowie in den Regional-Zügen, nicht aber im ICE, im IC und EC sowie in Flix-Zügen und Flix-Bussen.

Entlastungspaket 2022: Wo kaufe ich das Neun-Euro-Ticket in Bayern?

Wo kaufe ich das Ticket? Der Bund plant eine Online-Plattform, über die das Ticket digital gebucht werden kann. Wer ein Smartphone hat, bekommt es ab dem 1. Juni auch über die MVG-App. Wer Papier bevorzugt, kann an die Schalter und Automaten gehen, dort gibt es das Ticket voraussichtlich ab 22. Mai.

Profitieren auch Abonnenten? Ja! Wer ein Abo abgeschlossen hat, bezahlt ohne Zusatz-Ticket auch nur neun Euro pro Monat. „Sie brauchen nichts zu unternehmen“, teilt die MVG mit. Die Differenz wird verrechnet.

Können Fahrräder kostenlos mitgenommen werden? Laut ADAC wohl eher nicht. Ein gesondertes Fahrradticket ist damit weiterhin notwendig.

Muss man das Neun-Euro-Ticket wieder kündigen? Nein, es endet am 31. August.

Werden Bus und Bahn in der Zeit nicht überlastet? Die MVG geht nicht davon aus – auch weil die Fahrgastzahlen derzeit noch niedriger sind als noch vor der Corona-Pandemie. Deutschlandweit rechnen Branchenkenner aber schon mit volleren Zügen – gerade zur Ferienzeit.

Was sind die nächsten politischen Schritte? Als Nächstes muss der Bundestag zustimmen und dann der Bundesrat. Mit dem Neun-Euro-Ticket befasst sich die Länderkammer wohl am 20. Mai, damit es zum 1. Juni gelten kann. Nächste Woche ist es Thema bei der Verkehrsministerkonferenz.

Worüber wird jetzt noch gestritten? Der Bund hat zugesagt, den zuständigen Ländern Einnahmeausfälle von 2,5 Milliarden Euro zu erstatten. Dazu kommen 1,2 Milliarden Euro für einen erneuten pandemiebedingten Rettungsschirm. Die andere Hälfte davon übernehmen die Länder. Sie hatten eigentlich 1,6 Milliarden vom Bund gefordert. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) argumentiert: Im Zeitraum des Neun-Euro-Tickets komme es nicht zu pandemiebedingten Mindereinnahmen. Deswegen gibt der Bund nur 1,2 Milliarden Euro – macht insgesamt 3,7 Milliarden Euro vom Bund.

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