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Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der mit 40 Tonnen verdichtetem Wasserstoff beladene Transporter bei einem Unfall auf die Seite gekippt.

B 12 voll gesperrt - Anwohner evakuiert

Gefahrgut-Lkw verunglückt

Haag - Nach einem Unfall mit einem Gefahrgut-Transporter hat die Polizei im oberbayerischen Haag-Untersinkenbach mehrere Wohnhäuser räumen lassen.

B12 voll gesperrt: Gefahrgut-Lkw verunglückt

B12 voll gesperrt: Gefahrgut-Lkw verunglückt

Nach Angaben der Polizei war ein 48-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Landkreis Traunstein am Mittwoch, 3. Oktober, gegen 16.10 Uhr mit einem Lkw (Sattelzug) auf der B 12 in Richtung Passau unterwegs. Der Lkw war mit Gefahrgut (Gasflaschen mit Wasserstoff) beladen.

Hinter dem Lkw fuhr eine Fahrzeugkolonne. Auf gerader, übersichtlicher Strecke wollte der erste hinter dem Lkw fahrende Pkw diesen überholen. Als sich der 29-jährige BMW-Fahrer aus Überlingen in Richtung Fahrbahnmitte orientierte, bemerkte er, dass von hinten ein weiterer Pkw bereits mehrere Fahrzeuge überholte. Bei diesem Auto handelte es sich um einen Opel Astra Caravan, besetzt mit drei Personen, der von einem 26-jährigen Fahrer aus Neu-Ulm gelenkt wurde. Der BMW-Fahrer brach daraufhin seinen Überholvorgang ab. Zu einer Berührung der beiden Fahrzeuge kam es nicht.

Als sich die beiden Pkw auf gleicher Höhe befanden, geriet der Opel Astra ins Schleudern, drehte sich mehrmals am Lkw vorbei und touchierte die Vorderachse des Lkw. Der Lkw-Fahrer, der im Rückspiegel den schleudernden Pkw bemerkte, versuchte sein Fahrzeug noch abzubremsen. Nach dem Anprall stürzte der Lkw um und kam auf der rechten Seite zu liegen.

Der Opel Astra kam nach rechts von der Fahrbahn ab, die drei Insassen wurden leicht verletzt. Der Lkw-Fahrer wurde von Ersthelfern über die Dachluke des Lkw geborgen, er blieb unverletzt.

Bei dem umgestürzten Lkw wurden mehrere Gasflaschen aus den Halterungen und die Verrohrung der Gasbatterien abgerissen. Es kam zu einem Austritt des Wasserstoffgases. Da das Gas mehrerer beschädigter Flaschen zu brennen begann, wurden zahlreiche umliegende Feuerwehren alarmiert, die den Brand aber schnell löschen und weiter ausströmendes Gas mit Wassernebel niederschlagen konnten.

Da es sich bei Wasserstoff um ein brennbares Gas, das mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet, handelt, wurden drei Häuser in unmittelbarer Nähe zur B 12 geräumt, die Bewohner kamen bei Nachbarn unter und wurden vom Rettungsdienst betreut. Die Bewohner konnten mittlerweile aber in ihre Häuser zurück gebracht werden.

Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis circa 24 Uhr an. Grund für die lange Sperrung war die aufwändige Bergungsarbeit. Die Gasflaschen konnten erst umgeladen werden, nachdem das Gas kontrolliert abgelassen und mit Wassernebel niedergeschlagen worden war. Erst dann konnte der Sattelzug mit einem Bergekran aufgerichtet und abtransportiert werden.

Der Schaden an den beteiligten Fahrzeugen beträgt ca. 250.000 Euro, die Kosten für die Bergung und den Einsatz sind noch nicht zu beziffern.

Grundsätzlich besteht am Feiertag ein Fahrverbot für Lkw, für diese Spedition lag aber eine Ausnahmegenehmigung vor.

Neben Polizei und Rettungsdienst mit Notarzt waren die Feuerwehren Haag i. OB, Winden, Westach, Maitenbeth, St. Wolfgang, Isen, Waldkraiburg, Mühldorf und die Werkfeuerwehr Wacker (TUIS-Fachberatung) sowie THW und Landratsamt Mühldorf und Straßenmeisterei Ampfing im Einsatz. Insgesamt dürften rund 130 Einsatzkräfte vor Ort gewesen sein.

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