Wahlbeteiligung weiter unter Niveau von 2005

München - Die Bundestagswahl ist in Bayern bis zum späten Nachmittag auf weniger Interesse gestoßen als vor vier Jahren.

Zwar meldeten die Wahlämter mehrerer Städte am Sonntag einen Rekord bei der Briefwahl. In den Wahllokalen war dafür aber vielerorts deutlich weniger los als bei der Bundestagswahl 2005. Damit drohte -wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr - ein erneutes Minus bei der Wahlbeteiligung. Sie war im Freistaat bereits im Jahr 2005 um 3,6 Prozentpunkte auf 77,9 Prozent gesunken.

Zu den Briefwählern gehörte nach Angaben der Staatskanzlei heuer auch Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. In Nürnberg hatten um 16.00 Uhr - einschließlich der Briefwähler - erst knapp 59 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Vor vier Jahren waren es zur gleichen Zeit 63,5 Prozent gewesen.

Wie eine Umfrage der dpa weiter ergab, lag die Wahlbeteiligung auch in München, Augsburg, Regensburg und Bayreuth zum Teil deutlich unter den Vergleichswerten aus dem Jahr 2005. Nur aus dem Wahlamt in Würzburg wurde am Nachmittag ein leichtes Plus gemeldet. Um 18.00 Uhr werden die ersten Prognosen veröffentlicht. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis für Bayern ist aber erst gegen 23.00 Uhr zu rechnen.

Der Freistaat hat bei der Bundestagswahl großes Gewicht: Er stellt etwa ein Siebentel der bundesweit rund 62,2 Millionen Wahlberechtigten. Aus bayerischer Sicht wird vor allem das Abschneiden der CSU mit Spannung erwartet. Bei der Landtagswahl 2008 hatte die CSU ein Fiasko erlebt und war nur noch auf 43,4 Prozent gekommen. Bei der Europawahl im Juni legte sie wieder auf 48,1 Prozent zu.

Die SPD will aus ihrem Europawahl-Tief wieder deutlich herauskommen, und auch FDP und Grüne wollen zulegen. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die CSU 49,2 Prozent der Stimmen erreicht. Die SPD holte in Bayern 25,5 Prozent, die FDP 9,5 Prozent. Die Grünen kamen auf 7,9 Prozent, die Linke erreichte 3,4 Prozent.

In einigen bayerischen Kommunen fanden am Sonntag parallel Bürgermeisterwahlen oder Bürgerentscheide statt. In Hof beispielsweise durften die Bürger über den umstrittenen Plan einer Überdachung für die Fußgängerzone abstimmen.

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