Fliegerbombe: Nürnberg und Fürth rufen Katastrophenfall aus - Sprengung wird eingeleitet

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Joshua Raffael Sonnenschein, Vorsitzender der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer

Landesverband für Asylhelfer in Bayern gegründet

Zusammenschluss der Asylhelfer: „So gelingt Integration“

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Der Bundesverband der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer hat in Bayern seinen ersten Landesverband gegründet. Der Vorsitzende Joshua Raffael Sonnenschein erklärt, warum das ein wichtiger Schritt ist.

Joshua Raffael Sonnenschein (48) ist Bundesgeschäftsführer des Verbands der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Seit Monaten hat er sich darum bemüht, einen Landesverband in Bayern zu gründen. Nun ist es geglückt: Verbandsdelegierte aus rund 40 Landkreisen haben am Wochenende ihren Landesvorstand gewählt. Warum das ein Segen für die Arbeit der Ehrenamtlichen sei, erzählt er im Gespräch.

-Weshalb ist die Gründung von Landesverbänden für Ihre Arbeit so wichtig?

Der Punkt ist einfach, dass wir eine Brücke bauen müssen zu den einzelnen Mitgliedern unseres Verbands. Wir brauchen Ansprechpartner vor Ort, an die sich beispielsweise auch die Medien wenden können. Der Bundesverband ist der Überbau, die Landesverbände geben unserem Anliegen in den einzelnen Ländern ein Gesicht.

-Ihr Verband versteht sich als Interessenvertretung für alle in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich Engagierten. Was wünschen Sie sich von der Asylpolitik?

Wir haben 18 Appelle formuliert, die man auf unserer Homepage nachlesen kann (www.unserveto.de). Um einen Kernpunkt herauszugreifen: Wir haben derzeit 800 000 Leute im Land, die im Wartestand sind – die wir nicht alle integrieren können, eben weil sie in Wartestellung gehalten werden. Wir plädieren dafür, dass dieser Automatismus „Ablehnung ist gleich Abschiebung“ aufhört. Denn mit dieser Kausalkette tun wir unserem Land einen Bärendienst. Die Gerichte sind überbeansprucht durch Widerrufverfahren, die Integration kann so nicht funktionieren. Wir haben diese Menschen als Gast aufgenommen, nun müssen wir auch zu unserem Wort stehen.

-Für diese Haltung erfahren Sie sicher nicht nur Zustimmung.

Nein, im Gegenteil. Aus allen Richtungen bekommen wir Gegenwind. 2015 waren wir Ehrenamtlichen die Helden der Nation, die in der Not angepackt haben. Und jetzt werden wir in eine Ecke gestellt und massiv angegriffen. Natürlich nicht von allen, aber doch von einem gehörigen Anteil der Bevölkerung. Das lassen wir nicht mit uns machen. Viele Ehrenamtliche leiden darunter, sind sie doch ohnehin schon verausgabt durch ihre Arbeit – und werden noch mit Füßen getreten. Wenn uns dann noch Herr Seehofer als Innenminister vor die Nase gesetzt wird, der Mr. Obergrenze, ist das ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen.

-Wer sind die Menschen, die sich bei Ihnen im Verband engagieren?

Das Tolle ist: Es sind Menschen aus allen politischen Lagern, aus unterschiedlichen Berufen, verschiedenen Altersklassen. Hier geht’s nicht um eine Parteizugehörigkeit, unsere Gemeinsamkeit sind Mitmenschlichkeit und Solidarität. Mit dem Verband ist es uns gelungen, die Ehrenamtlichen zu organisieren und unsere Arbeit zu strukturieren. Und all das durch demokratische Wahlen legitimiert. Das ist ein Gewinn für das ganze Land. So kann Integration gelingen.

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