Bus- und Bahnbetreiber

VAG will Fahrplan mit Handydaten optimieren

Nürnberg - Ein Mobiltelefon hat inzwischen fast jeder. Diesen Umstand will der Nürnberger Bus- und Bahnbetreiber VAG nutzen, um durch Bewegungsprofile mehr über das Fahrgastverhalten zu erfahren.

Als angeblich erstes deutsches Nahverkehrsunternehmen will der Nürnberger Bus- und Bahnbetreiber VAG künftig seinen Fahrplan mit Handydaten seiner Fahrgäste optimieren. Die per Mobiltelefon ermittelten Bewegungsprofile sollen möglichst rund um die Uhr Hinweise liefern, welche Fahrgäste wann welche Straßen- oder U-Bahn oder welchen Stadtbus benutzen, teilten VAG und Deutsche Telekom am Montag mit. Die Daten würden von einer Telekom-Tochter vor der Weiterleitung an die VAG anonymisiert, unterstrich die Telekom.

Ein bereits im Vorjahr gestartetes Pilotprojekt mit der Deutschen Telekom gehe jetzt in die entscheidende Phase. „Die ersten Erfahrungen sind sehr vielversprechend“, berichtete eine VAG-Sprecherin. Eine solche Datenbasis könnte langfristig manuelle Verkehrszählungen überflüssig machen. Da die anonymisierten Daten zum Fahrgastverhalten künftig das ganze Jahr über erfasst würden, seien sie viel dichter und bildeten die täglich oder wöchentlich zurückgelegten Routen der VAG-Kunden viel besser ab als Stichproben.

Dank der Anonymisierung habe auch die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff keine Bedenken gegen diese Art der Daten-Nutzung, berichtete die Telekom. Mit einem Ausschaltknopf - einer sogenannten „Opt-out“-Funktion - könnten die Mobilnutzer der Telekom dennoch verhindern, dass ihr Geschlecht, die Altersgruppe und die Postleitzahl ihres Wohnortes der VAG bei der Bahn- oder Bus-Benutzung in Nürnberg übermittelt würden. Die Ausschaltfunktion soll am 1. Juni aktiviert werden. Die Erfassung der völlig anonymisierten Daten kann der Telekom-Kunde dagegen damit nicht verhindern.

dpa

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