Kommentar

Busticket für Senioren bei Führerschein-Verzicht: Modell mit Schwächen

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Die Idee vom Gratis-Ticket für Senioren ist weniger gut, als sie zunächst klingt. Es profitieren nicht die, die es gebrauchen könnten, findet unser Autor Josef Ametsbichler.

Auf den ersten Blick wirkt die Idee gut: Menschen, die sich im Alter dem Straßenverkehr nicht mehr gewachsen fühlen, soll ein Gratis-Ticket den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft machen. Doch die angestrebte Wirkung, die Straßen sicherer und gleichzeitig Senioren mobil zu machen, wird sich kaum einstellen. Denn das Modell hat Schwächen.

Jede Altersschwelle – ob bei 63 Jahren wie in Kaufbeuren oder 75 wie in Deggendorf – ist willkürlich, und damit eine Benachteiligung für jene, die darunter liegen, aber trotzdem freiwillig auf ihre Fahrerlaubnis verzichten. Der Gesundheit wegen zum Beispiel. Es profitieren dagegen jene, für die es ohnehin Vergünstigungen in Form von Seniorentickets gibt und die sich dank des Umstiegs zudem das Geld fürs Auto sparen. Oder die, die gar kein Auto mehr haben. Kaum jemand wird nur wegen eines solchen Zuckerls von begrenzter Dauer plötzlich die weitreichende Lebensentscheidung treffen, auf seine Fahrerlaubnis zu verzichten.

So wird das Gratis-Ticket zu einem Geschenk, das zwar gerade ärmeren Senioren durchaus zu gönnen, aber nicht Sinn der Sache ist. Eine solche Förderung, so sie denn finanzierbar und gewollt ist, sollte nicht von einer vorherigen Fahrerlaubnis abhängig gemacht werden. Denn dann ärgern sich diejenigen, die nie einen Führerschein besessen haben, sei es aus Geldmangel oder anderen Gründen. Sie können den Schein im Alter gar nicht hergeben – und bleiben so beim Gratis-Ticket auf der Strecke.

Dieser Kommentar bezieht sich auf den Artikel „Busticket bei Führerschein-Verzicht: Kaufbeuren lockt Senioren“.

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