Busunternehmen greifen Bahnmonopol in Bayern an

München - Busunternehmen wollen im kommenden Jahr ihr bayerisches Streckennetz ausbauen und der Deutschen Bahn im Fernverkehr Kunden streitig machen.

 Nach Angaben des Landesverbands Bayerischer Omnibusunternehmen stehen allein im Freistaat rund 20 regionale Busunternehmen in den Startlöchern, um ihr Angebot auszuweiten. „Einige verdichten ihr Netz“, kündigt Verbandspräsident Heino Brodschelm an. Wo genau, wollen die Firmen noch nicht verraten.

Auch bundesweite Linienbusanbieter drängen in den Freistaat. Die Deutsche Post und der ADAC wollen ab 2014 gemeinsam ein bundesweites Fernbusnetz auf die Beine stellen. Das Angebot werde nicht nur Metropolen wie München betreffen, sondern flächendeckend größere Städte auch in Bayern vernetzen, so ein ADAC-Sprecher.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an neuen Linien“, sagt der Sprecher des Berliner Start-Ups MeinFernbus.de, Florian Rabe . Bisher fährt das Fernbusunternehmen in Bayern von München nach Freiburg und Zürich; seit Anfang Dezember werden Fahrgäste auch von Nürnberg nach Ludwigshafen gebracht.

Auch das Unternehmen DeinBus.de freut sich auf die Liberalisierung des Fernverkehrs ab 2013: Bestehende Strecken ab München sollen ausgebaut und ganz neue Linien im Freistaat bedient werden. „Unsere Busse sind schneller, billiger und man muss nicht ständig von Gleis zu Gleis rennen“, sagt Sprecher Christian Janisch.

Zum 1. Januar 2013 wird der Linienverkehr für Fernbusse in Deutschland weitgehend freigegeben. Bislang gilt zum Schutz der Bahn ein Gesetz aus den 1930er Jahren, wonach Fernbuslinien in der Regel nicht genehmigt werden, wenn es parallel eine Zugverbindung gibt. Der größte Busbetreiber der Republik ist bisher die Deutsche Bahn mit rund 14 000 Bussen und 30 Fernlinien.

dpa

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