Tag des Butterbrotes

Das müssen Sie über den Pausenbrot-Klassiker wissen

München - Es ist einfach und kann so gut sein: das Butterbrot. Seit 1999 wird dem Pausenbrot-Klassiker ein eigener Tag gewidmet. Obwohl es ein bisschen an Popularität verloren hat, könnten es manche dreimal täglich essen.

Einst war es ein Klassiker, etwas ganz Besonderes. Heute ist das klassische Butterbrot ein wenig aus der Mode geraten. Obwohl es noch gar nicht lange her ist, dass das Butterbrot in fast jeder Schultasche zu finden war. Liebevoll von der Mutter geschmiert und in das eigens dafür vorgesehene Butterbrotpapier gewickelt. Heutzutage kommt es vielen nicht mehr in die Tüte. Im Zeitalter von Brötchen, Ciabatta, Baguette, Sandwich, Croissant und Co. hat das gute alte Butterbrot einen schweren Stand. Es ist sozusagen eine bedrohte Spezies – fast vom Aussterben bedroht.

Das war nicht immer so. In der Kriegs- und Nachkriegszeit war der Stellenwert des mit Butter beschmierten Graubrots noch höher angesiedelt. Albert Schweiger aus Rohrbach (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) ist 74 Jahre alt. Er erinnert sich noch gut an diese Zeit. „Ein ofenfrisches Brot und ein (in Bayern ist es der, nicht die Butter) selbstgemachter Butter drauf – was Bessers gibt’s ja gar nicht“, schwärmt er noch heute.

Noch immer schmeckt ihm sein Butterbrot wie einst zu Kindertagen. „Wenn’s pressiert, ess ich auch dreimal am Tag eins“, sagt Schweiger. Er ist auf einem Hof aufgewachsen, wo Brot und Butter noch selbst hergestellt wurden. „Wie haben uns als Kinder darum gestritten, als das Brot mit seiner aufgesprungenen Kruste frisch aus dem Ofen kam“, erzählt der 74-Jährige. Die Butter wurde im hauseigenen Butterfass gerührt. „Immer zwei Pfund waren das“, so Schweiger. „Und dann hat meine Mutter mit einem Löffel das Butterstückerl schön verziert.“

Butter war damals noch mehr wert, als heute. Für 250 Gramm Butter musste ein Durchschnittsverdiener 1960 rund 39 Minuten arbeiten. 1980 waren das bloß noch 13 Minuten. Im Vergleich: 1990 acht Minuten, im Jahr 2000 knapp fünfeinhalb und heute vier Minuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt Butter als bewährtes Tauschmittel, wie sich Albert Schweiger erinnert. „Da hast schon mal ein paar Pfund Butter gegen einen Anzug eingetauscht.“ Die typische Pausenverpflegung war zu der Zeit fast immer ein Butterbrot. „Manchmal sogar mit einer hausgemachten Marmelade drauf“, berichtet der Rohrbacher.

Zu den vielen süßen Varianten, die heute die Bäckerauslagen für die Schüler parat haben, wäre das Butterbrot immer noch eine gesunde Alternative, sagt Angelika Reiter-Nüssle, Leiterin der Kopfstelle Gesunde Schulverpflegung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung. „Am besten ist da natürlich ein Vollkornbrot“, sagt sie. „Da Butter sehr fetthaltig ist, sollte nur eine dünne Schicht auf das Brot gestrichen werden.“ Fünf bis zehn Gramm pro Scheibe, rät die Expertin. „Mit ein bisschen Schnittlauch oder Kresse darauf, ist es ein perfektes Pausenbrot.“ Seit 1999 werben die deutschen Bäckereien immer am letzten Freitag im September mit dem Tag des Butterbrotes für eine gesunde Pausenmahlzeit.

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Erste Hinweise auf die geschmierte Köstlichkeit gibt es laut dem Deutschen Brotmuseum spätestens seit dem 15. Jahrhundert. Zeugnisse belegen, dass es die Bauern und Bürger waren, die vornehmlich Butterbrote aßen. Auch als Kindernahrung wird es aufgeführt.

Überwiegend wird Butter aus Kuhmilch hergestellt. Ein Wassergehalt von 16 Prozent darf nicht überschritten werden, damit das Milcherzeugnis als Butter verkauft werden darf. Nur dann ist alles in Butter. Der Spruch hat übrigens folgenden Ursprung: Im Mittelalter wurden Gläser beim Transport von Venezien über die Alpen zum Schutz vor Bruch in Butterfett eingegossen. Da konnte ein Fass auch mal vom Wagen fallen und ins Tal rollen, die Gläser blieben heil – alles in Butter eben.

von Christian Chymyn

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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