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Blick auf Teile des neuen Hubland-Campus Nord der Uni Würzburg.

Campus verdoppelt für doppelten Abiturjahrgang

Würzburg - Vor zwei Jahren holte die US-Armee in Würzburg ihre Nationalflagge ein. Im Rekordtempo haben Stadt und Uni das freiwerdende Gelände für sich verplant. Jetzt ist der Campus fast doppelt so groß:

Auf die steigenden Studentenzahlen reagiert die Universität Würzburg mit einem deutlich vergrößerten Campus sowie weiteren Hörsälen und Seminarräumen. Auf den zusätzlichen Flächen dafür waren mehr als 60 Jahre lang US-Soldaten stationiert. Die zogen aber vor gut zwei Jahren endgültig aus der Mainstadt ab - das 135 Hektar große Areal namens Leighton Barracks wurde frei. Die Kommune will dort einen neuen Stadtteil bauen, die Uni ihre Kapazitäten erweitern.

“Ich kenne die Platznot von vielen Universitäten in Bayern“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Dienstag bei einem Festakt im neuen Hörsaalgebäude. Stadt und Uni könnten froh sein, diesen entscheidenden Schritt in Würzburg gemacht zu haben, sagte er angesichts des Kraftakts, innerhalb so kurzer Zeit das ehemalige Kasernengelände zu erschließen und rund 39 Hektar davon für die Hochschule nutzbar zu machen. Der Freistaat hat - abgesehen von dem Kauf der zusätzlichen Campus-Fläche - bereits 28,5 Millionen Euro in die Erschließung, Infrastruktur und Sanierung des Areals gesteckt.

Der neue Campus-Nord grenzt an den bisherigen Campus-Hubland. Beide zusammen sind fast 80 Hektar groß. Derzeit studieren in Würzburg 22 000 Frauen und Männer. 2017 werden es Schätzungen zufolge 27 000 sein, auch wegen des doppelten Abiturjahrgangs.

“Wir haben eine ganz prekäre Raumsituation“, sagte der studentische Senator Maximilian Fries. Das neue Hörsaalgebäude mit 1041 Sitzplätzen und das neue Praktikumsgebäude - beide auf dem Campus-Hubland - seien daher ebenso benötigt worden wie die neuen Seminar- und Praktikumsräume auf dem Campus-Nord. Im Wintersemester 2007/2008 mussten etliche Vorlesungen in einem Kino stattfinden, weil der Hochschule Räume fehlten.

Nach Worten von Unipräsident Alfred Forchel sollen auf dem neuen Campus auch universitätsnahe Einrichtungen angesiedelt werden, etwa Institute der Fraunhofer Gruppe. “Wenn wir diese Universität nicht hätten, wären wir ein kleines, vergessenes, gallisches Dorf“, sagte Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD). Er muss nun den Freistaat überzeugen, Geld in eine neue Straßenbahnlinie zum Campus zu stecken.

dpa

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