Carmen K.: Der Täter versuchte auch, sie zu vergewaltigen

Töging - Der 40-jährige aus Töging, der am Dienstagabend ein 16-jähriges Mädchen mit großer Brutalität lebensgefährlich verletzte, war vielfach vorbestraft und stand unter strenger Aufsicht der Behörden. Selbst die Auflage, sich täglich bei der Polizei zu melden, verhinderte das Verbrechen jedoch nicht.

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Töging: Haftbefehl beantragt

Schreckliche Bluttat in Töging

Das Vorstrafenregister von Matthias A. ist das eines Serien-Sextäters. Erstmals wurde der gebürtige Mainzer, der seit Herbst 2008 bei seiner 91 Jahre alten Oma im Töginger Weiler Unterhart wohnte, 1991 wegen versuchter sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Schon ein Jahr später verurteilte ihn das Landgericht Hildesheim wegen Vergewaltigung zu drei Jahren Haft und Unterbringung in der Psychiatrie. Dort war der Mann fast 16 Jahre lang – von Juni 1992 bis Februar 2006.

Carmen K. Zu ihrer Sicherheit ist sie unkenntlich gemacht.

Einen Ausgang im Jahr 2000 nutzte er, so berichtet der Traunsteiner Oberstaatsanwalt Helmut Vordermayer, zu einem Überfall auf eine Frau. A. wurde erneut verurteilt. Der Wendepunkt kam im Februar 2006, als das Landgericht Saarbrücken A. die Unterbringung in der Psychiatrie aufhob. Im Oktober 2008 kam er nach Verbüßung der restlichen Strafe tatsächlich frei. Kurz darauf tauchte er in Töging auf – zum Entsetzen von Bürgermeister Horst Krebes, dem das Vorstrafen-Register des Mannes schon bei der Anmeldung in der Gemeinde hinterbracht wurde.

„Müssen wir so einen bei uns haben“, war die Reaktion im Rathaus, erinnert er sich. „Es ist ja verrückt“, sagt Krebes, „dass wir den Mann auch noch mit einem freundlichen Willkommensschreiben bei uns begrüßt haben.“ A. hatte die Auflage, sich täglich bei einer Behörde zu melden, bestätigte die Staatanwaltschaft Traunstein.

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Nach der grausamen Tat: Menschen in Töging unter Schock   

Die brutale Tat wurde am Mittwoch von den Ermittlern rekonstruiert: Demnach hat A. seinem Opfer Carmen K. auf einem Feldweg aufgelauert, als sie nach einer Reitstunde – nicht nach einem Freibad-Aufenthalt, wie es von der Polizei am Dienstag irrtümlich hieß – nach Hause fuhr.

Bilder vom Tatort

Bilder: Bluttat in Töging

Er zwang die junge Frau, vom Rad abzusteigen und ihm in ein Maisfeld zu folgen. Dort versuchte er, das Mädchen zu vergewaltigen. Anschließend stach er mit dem Messer auf die 16-Jährige ein – auf den Hals, den Kopf, den Oberkörper. Er übergoss sie mit Benzin aus einer mitgeführten Flasche, ehe er auf einem Fahrrad flüchtete. Carmen K. hatte viel Glück, dass sie mit einem Handy noch um Hilfe rufen konnte.

Ihr Opa Toni K. eilte in das Maisfeld, der 79-Jährige rettete so seiner blutüberströmten Enkelin das Leben. „Er hat nur knapp ihre Schlagader verfehlt“, berichtet der Bürgermeister. „Und dann – das hat sie ihrem Großvater erzählt – wollte sie dieser Mann ja auch noch verbrennen. ,Der wollte mich anzünden’, hat sie wohl mehrmals geschrien.“

Das Mädchen wurde sofort notoperiert, ihr Gesundheitszustand ist stabil, heißt es aus dem Mühldorfer Kreiskrankenhaus. A. kannte offenbar sein Opfer, denn er wohnt im selben Weiler. Bei der Festnahme zeigte er sich eiskalt – noch während der Leibesvisitation telefonierte er mit seinem Anwalt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung.

mm

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