Marktplatz mit der Stadtpfarrkirche St. Jakob und dem Rathaus in Cham
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Marktplatz mit der Stadtpfarrkirche St. Jakob und dem Rathaus in Cham

Kreisstadt in der Oberpfalz

Cham

Rund 60 Kilometer trennen Cham von der Oberpfälzer Metropole Regensburg, rund 20 von der tschechischen Grenze. Die „Stadt am Regenbogen“ zeichnet sich durch vielfältige Wirtschaftszweige und ein malerisches Umfeld aus.

  • Die Kreisstadt Cham geht auf eine Benediktiner-Niederlassung zurück, die 748 in Chammünster gegründet wurde.
  • Ende 2019 zählte die Stadt 16.990 Einwohner.
  • Der historische Kern ist ein beliebtes Ziel für Touristen.

Cham – Der Name Cham stammt aus dem keltischen und bedeutet „gebogen“. Damit weist er auf die Mündung des Regen hin, die bei der historischen Siedlung „Am Regenbogen“ in den kleinen Fluss Chamb mündet. Die Stadt ist umgeben vom Oberpfälzer und Bayerischen Wald und touristischer Anziehungspunkt der Region mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Dank einer großen Branchenvielfalt mit zahlreichen Gewerbegebieten am Ortsrand gilt sie als einer der wichtigsten ökonomischen Standorte der östlichen Oberpfalz.

Cham: Geografische Lage

Cham hat sich nicht zuletzt aufgrund seiner exponierten Lage zwischen Regensburg im Südwesten und der tschechischen Grenze im Osten zu einem Zentrum der regionalen Wirtschaft entwickelt. Die Stadt liegt auch touristisch interessant in der Cham-Further-Senke. Die Niederung trennt den Bayerischen vom Oberpfälzer Wald und verbindet die Oberpfalz mit Böhmen. Der Regen, ein Nebenfluss der Donau, umschließt den historischen Kern von Cham und verlieh ihr die Bezeichnung „Stadt am Regenbogen“.

Cham grenzt an die folgenden Gemeinden des gleichnamigen Landkreises:

  • Waffenbrunn und Wilmering im Norden
  • Weiding im Nordosten
  • Runding und Chamerau im Osten
  • Zandt im Südosten
  • Traisching im Süden
  • Schorndorf im Südwesten
  • Roding im Westen
  • Pösing und Pemfling im Nordwesten

Cham: Gründung und Geschichte

In der Nähe von Chammünster, heute ein Ortsteil von Cham, gründeten im Jahr 748 Benediktinermönche aus dem Kloster Sankt Emmeram in Regensburg eine sogenannte Cella. Die klösterliche Niederlassung war eine der ersten christlichen Kirchen im heutigen Ost-Bayern. Damit entwickelte sie sich zum Ausgangspunkt der Besiedlung in der Region und markierte den Beginn der Geschichte von Cham. Um 976 errichtete das Adelsgeschlecht der Liudolfinger unter anderem die Burg Camma zur Sicherung der Handelswege nach Böhmen. Aus demselben Jahr stammt die erste Erwähnung der Stadt Cham als „Civitas Camma“. Im 12. und 13. Jahrhundert verlegte man Cham sukzessive an ihren heutigen Standort.

Im 15. Jahrhundert durchlebten die Chamer Bürger im Zuge der Hussitenkriege zahlreiche Belagerungen und Plünderungen. Zum Sieg gegen die Hussiten, einer revolutionären Bewegung aus Böhmen, dem Gebiet des heutigen Tschechien, trug Heinrich Notthafft von Wernberg auf Burg Runding bei Cham in hohem Maße bei. Die Hussiten zogen sich nach einer weiteren Niederlage im September 1433 zurück. So verhinderte das Ritterheer des Deutschen Ordens, dass sie die Stadt Regensburg und Niederbayern erobern konnten.

Cham in der Neuzeit

Im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648 wurde Cham mehrfach besetzt. Wenige Jahre später ging die Stadt im Zuge der Bayerischen Diversion im Spanischen Erbfolgekrieg an den römisch-deutschen Kaiser Joseph I. aus dem Hause der Habsburger. Erst im Jahr 1715 fiel es zurück an Bayern. Im September 1742 zerstörten die Panduren, Leibwächter des kroatischen Adels, im Zuge des Österreichischen Erbfolgekriegs die Stadt nahezu vollständig. Der historische Kern wurde wieder aufgebaut.

Die Industrialisierung brachte Cham den Anschluss ans Eisenbahnnetz und in der Folge eine Phase des Wohlstands. So entwickelte sich der Standort zu einem der wichtigsten Holzumschlagplätze in Süddeutschland.

Erneute Zerstörungen in der Geschichte von Cham erlebte man im Zweiten Weltkrieg. Im April 1945 wurde die Stadt von der 11. US-Panzerdivision eingenommen und zur Plünderung freigegeben. Die amerikanischen Besatzer übergaben das von ihnen besetzte Gebiet in West- und Südböhmen in russische Zuständigkeit. Cham wurde Teil der Grenzsicherungszone „Eiserner Vorhang“ mit strengen Zugangskontrollen in die benachbarte Tschechoslowakische Sozialistische Republik. Zum Kriegsende erhöhte sich die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge aus dem Osten zeitweise auf über 10.000 Menschen.

Cham: Wachstum der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg

Nicht nur die Bevölkerung, auch die Fläche der Stadt Cham wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Grund dafür waren zahlreiche Eingemeindungen benachbarter Orte. Den Anfang machte Katzberg im Jahr 1946. Aufgrund der bayerischen Gebietsreform fielen 1972 weitere Gemeinden an Cham:

  • Altenmarkt
  • Loibling
  • Thierlstein
  • Penting
  • Rhanwalting

Zum 1. Mai 1978 folgten diese Orte:

  • Chammünster inklusive der zugehörigen Gemeinden Chameregg, Gutmaning, Hof, Schachendorf, Vilzing und Haderstadl
  • Windischbergerdorf
  • Teile von Willmering

Die Einwohnerzahl stieg nach dem Zweiten Weltkrieg gering, jedoch weitgehend kontinuierlich an. Zwischen 1988 und 2018 betrug das Wachstum 1,6 Prozent. Den Höchststand erreichte die Stadt im Jahr 2002 mit 17.366 Einwohnern. Ende 2019 lebten 16.990 Menschen in Cham.

Cham: Stadtteile und Orte im Landkreis

Zum Landkreis Cham zählen heute 39 Städte, Märkte und Gemeinden. Er grenzt an die Landkreise Schwandorf, Regensburg, Straubing-Bogen und Regen sowie an Tschechien. Die größten Orte sind:

  • Bad Kötzting
  • Cham, Kreisstadt
  • Furth im Wald
  • Roding
  • Rötz
  • Waldmünchen

Insgesamt lebten Ende 2019 127.998 Menschen im Landkreis auf einer Fläche von 1.520 Quadratkilometern.

Cham: Wirtschaftszweige im Überblick

Rund 600 Unternehmen unterhalten Standorte auf dem Ortsgebiet von Cham sowie im Landkreis und prägen das Bild der regionalen Wirtschaft. Dazu gehören kleine und mittelständische Betriebe sowie Großunternehmen. Die Branchen reichen von der Lebensmittelindustrie über Elektrotechnik bis zu Mode-Unternehmen. Unter anderem haben sich folgende Firmen in und rund um Cham niedergelassen:

  • BAVARIA Brandschutz Industrie GmbH & Co. KG
  • Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH
  • hubermedia GmbH
  • Mathias Frey GmbH & Co. KG
  • MAC Mode GmbH & Co. KG
  • Mühlbauer Holding AG & Co. KGaA
  • Müller Präzision GmbH
  • Otto Beier Waffelfabrik GmbH
  • Rädlinger Unternehmensgruppe
  • Rhanerbräu GmbH & Co. KG
  • UVEX SPORTS GmbH & Co. KG
  • Zollner Elektronik AG

Cham: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Cham verfügt über ein in weiten Teilen erhaltenes historisches Zentrum. Dort befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Darüber hinaus bietet die grüne Umgebung rund um den Bayerischen und Oberpfälzer Wald sowie Gemeinden im Landkreis weitere sehenswerte Orte. Diese Stätten gehören zu den touristischen Anziehungspunkten:

  • historischer Marktplatz plus Marktplatzbrunnen, 1995 entworfen von Joseph Michael Neustifter
  • Gasthaus „Zur Krone“, ehemaliger Sitzungssaal des „Löwlerbunds“, einer Adelsgesellschaft im 15. Jahrhundert
  • Biertor, einziges erhaltenes Stadttor aus dem 14. Jahrhundert
  • Pfarrkirche St. Jakob aus dem 14. Jahrhundert
  • spätgotisches Rathaus
  • Burgruine Chameregg, entstanden ab 1193, ältestes Gemäuer der Region
  • Kloster Cham, Franziskanerkirche aus dem 17. Jahrhundert

In der Umgebung findet man vor allem Sehenswürdigkeiten in der Natur:

  • Naturschutzgebiet Rötelseeweihergebiet
  • Naturpark Oberer Bayerischer Wald

In Cham wurde 1959 der Antikriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki mit Fritz Wepper, Volker Lechtenbrink und Vicco von Bülow gedreht. Der Titel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis in fünf Kategorien sowie den Golden Globe Award als bester ausländischer Film.

Cham: Politik und Verwaltung

Der Stadtrat Cham umfasst 24 Mitglieder. Stärkste Kraft mit 18,2 Prozent der Stimmen bei der Kommunalwahl 2020 war die CSU (Christlich-Soziale Union), gefolgt von den Freien Wählern. Auf sonstige Parteien entfielen 32 Prozent. Die Sitzverteilung im Stadtrat seit 2020 im Überblick:

  • CSU: 4
  • Freie Wähler (FW): 4
  • SPD: 2
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1
  • Christliche Wählergemeinschaft Chammünster (CWC): 2
  • Christliche Wählergemeinschaft Windischbergerdorf (CWW): 2
  • Wählergemeinschaft Altenmarkt/Michelsdorf (WAM): 2
  • Gemeindewohl Loibling-Katzbach/Cham-West (GLK): 2
  • Wählergemeinschaft Vilzing/Schachendorf (WVS): 1
  • Katzberger Liste (KL): 1
  • Wählergemeinschaft Thierlstein (WT): 1
  • Janahofer Liste (JL): 1
  • Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP): 1

Seit 1. Mai 2020 fungiert Martin Stoiber von der CSU als erster Bürgermeister der Stadt. Er löste Karin Bucher von den Freien Wählern ab, die vom 1. Mai 2008 bis zum 30. April 2020 das Amt innehatte.

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