Wort des Jahres 2018 steht fest und stiftet große Verwirrung - Was ist das eigentlich?

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Frierende Fahrgäste, keine Züge – so war es am Montag. Konsequenzen hat das aber kaum.

Niederschmetternde Bilanz

Chaostag bei der S-Bahn: 170 Züge fielen aus

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Niederschmetternde Bilanz des Chaostags bei der S-Bahn am Montag: Insgesamt 170 Züge fielen aus, die Pünktlichkeit rauschte in den Keller – auf nur noch 53,2 Prozent.

München – Dieses Resümee teilte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) auf Anfrage unserer Zeitung mit. Hinzu kommt, dass ein Zug auch dann noch als pünktlich gilt, wenn er höchstens 5:59 Minuten zu spät an einem Bahnhof der Stammstrecke eintrifft. Ausfallende Züge werden in der Pünktlichkeitsstatistik gar nicht gewertet. Diese beiden Faktoren vorausgesetzt, sind bei der S-Bahn München Pünktlichkeitswerte von 95 Prozent normal.

Der Münchner Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, Andres Barth, forderte gestern, Stammkunden mit MVV-Abo zehn Prozent des Monatspreises zu erlassen. Doch die staatliche BEG, die dem Verkehrsministerium untersteht, hat dafür keine Handhabe. Die BEG ist Besteller des Zugverkehrs und auch für die Qualitätskontrolle zuständig. Der schwarze Montag war auch aus Sicht der BEG „nicht akzeptabel“, so der offizielle Kommentar. Allerdings ist eher fraglich, dass die S-Bahn für ihr Missmanagement auch bestraft wird. Zwar werden für die ausgefallenen Zugkilometer keine sogenannten Bestellerentgelte von der BEG an die S-Bahn überwiesen. Doch der sogenannte Übergangsvertrag, den Freistaat und S-Bahn bis Ende 2019 abgeschlossen haben, lässt kaum Spielraum, um die S-Bahn für Chaostage zu bestrafen. Ein einzelner Tag mit verhagelten Werten reicht nicht für eine Strafzahlung aus, weil die BEG nur Monats- und Jahrespünktlichkeitswerte heranzieht. Da die bisherigen Februarwerte aber gut waren, dürfte die S-Bahn mit keiner oder aber einer sehr geringen Strafe davonkommen.

Ursprünglich wollte die BEG festlegen, dass eine S-Bahn nur dann als pünktlich gilt, wenn sie höchstens 2:59 Minuten zu spät kommt. So fordert es zum Beispiel Pro Bahn. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen hat die BEG dem Monopolisten im Nahverkehr 21 zusätzliche S-Bahn-Züge und eine Modernisierung des Designs abgetrotzt.

Ob sich an der missglückten Kommunikation etwas ändert, ist ungewiss. Auch hier dürfte es auf die Formulierungen des (geheimen) Übergangsvertrags ankommen. Die Erklärung der BEG lässt erkennen, dass das Druckmittel gering ist. Zwar seien die am Montag aufgetretenen Mängel bei der Fahrgastinformation „nicht hinnehmbar“, hieß es gestern. Doch Gespräche laufen – die Thematik müsse „intensiv“ aufgearbeitet werden.

Am Dienstag lief der Verkehr nach Anfangsschwierigkeiten – dazu zählte zum Beispiel eine Stellwerkstörung, die am Vormittag den Verkehr zum Flughafen lahm legte – wieder besser. Die S-Bahn rekapitulierte ihren schwarzen Montag: Immerhin drei Züge waren durch Kurzschlüsse und Akkuentladung so beschädigt, dass sie mit Hilfsloks abgeschleppt werden mussten. Das hielt den Verkehr auf, so ein Bahnsprecher. Zur mangelhaften Kommunikation soll es heute Erklärungen durch S-Bahn-Chef Heiko Büttner geben.

S-Bahn-Ticker aktuell: Nach Störung am Ostbahnhof: Verkehr läuft wieder normal

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