Chemie-Unfall an der Alz raubt Vögeln die Nahrung

Burgkirchen - An der Alz herrscht nach dem Chemie-Unfall im Werk Gendorf Angst vor einer Umweltkatastrophe. Nachdem am Dienstagabend kontaminiertes Löschwasser in den Fluss gelangt war, sind bislang nicht nur etwa 150 Kilo Fische verendet.

Tierschützer befürchten, dass das Unglück weitreichende Folgen für Vögel hat. „Wir gehen davon aus, dass der 15 Kilometer lange Abschnitt biologisch tot ist“, sagte Matthias Luy vom Landesbund für Vogelschutz, Bezirk Oberbayern. Der Grund: Die Kleintierwelt am Boden sei betroffen, also auch Fliegen und Krebse, von denen sich Vögel wie Wasseramsel oder der Eisvogel ernähren. Tieren wie dem Gänsesäger und dem Kormoran fehlen laut Luy die Fische als Nahrungsgrundlage. Ob Aasfresser wie Krähen vergiftet werden, wenn sie tote Fische aufnehmen, sei unklar. Tote Vögel sind laut Polizei bislang noch nicht entdeckt worden.

Die Kriminalpolizei und Experten ermitteln noch, wie das vergiftete Wasser in die Alz kam und um welche Substanz es sich genau handelt. Nach Angaben der Firma Clariant, bei der der Feuerwehreinsatz stattfand, handelt es sich um das für Wasserorganismen hochtoxische Genamin LA 302 D.

Die Anrainer fürchten ein weit größere Verbreitung des Stoffes als bislang absehbar – nämlich auf den Inn und auf die Donau. Ein Polizeisprecher berichtete, dass im Inn zurzeit keine toten Fische entdeckt wurden, ein Hubschrauber sei die Alzmündung nahe Marktl abgeflogen. „Der Inn ist ein wesentlich größeres Gewässer als die Alz, mit höherer Fließgeschwindigkeit. Der Stoff wurde stärker verdünnt.“

Das Landratsamt wartet derzeit auf die Ergebnisse von Alzwasser- und Fischproben. Auch ein „Sediment-Monitoring“ wird durchgeführt, um die Belastung der Klein- und Kleinstlebewesen zu prüfen. Im Raum Gendorf-Emmerting soll Grundwasser nicht verwendet werden. Fischereivereine fürchten große Auswirkungen auf die Fischpopulationen.

cal/mm

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