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Über sechs Tonnen toten Fisch zog die Feuerwehr aus der Alz.

Chemieunfall an der Alz

Kaufen sich die Verantwortlichen frei?

Burgkirchen - Wenige Tage nach Fertigstellung eines Gutachtens zur Katastrophe an der Alz meldet sich das verantwortliche Unternehmen zu Wort. Es will freiwillig eine Million Euro zahlen.

Die Schadensbilanz im März war verheerend. Im Industriepark Gendorf im Kreis Altötting trat der Stoff Genamin aus und floss in die Alz – mindestens sechs Tonnen Fische verendeten daran qualvoll. Der Stoff verklebte ihre Kiemen, sie erstickten.

Knapp fünf Monate nach der Katastrophe kommt von der verantwortlichen Betreibergesellschaft Infraserv ein generöses Angebot. Sie will nach eigenen Angaben eine Million Euro und mehrere Grundstücke an der Alz zur Verfügung stellen – unabhängig von den noch ausstehenden Schadenersatzforderungen. In einer Pressemitteilung von Infraserv ist die Rede von „rascher Wiederherstellung der Fischfauna“, der Schaffung von „Schutz und Lebensraum sowie Rückzugsgebieten für Fische“ und der „langfristigen Stärkung des Ökosystems“.

Der Chemiepark-Betreiber klingt in der Mitteilung wie eine Umweltschutzorganisation. Kritiker sprechen dennoch von einem „Ablasshandel“ für den entstandenen Schaden. Denn dieses langfristig zu stärkende Ökosystem existierte nach der Kontaminierung mit der Chemikalie praktisch nicht mehr. Nach der Katastrophe hieß von Seiten der Naturschutzverbände, dass die Alz auf 15 Kilometern biologisch tot sei. Das Wasserwirtschaftsamt in Traunstein sprach von einem „deutlichen Schaden für die Ökologie“. Rund 800 Kilogramm der Chemikalie Genamin, die in der Waschmittelproduktion eingesetzt wird, flossen in die Alz. Die Algen starben ab, 80 Prozent des Fischbestands verendeten.

Zu den Ursachen des Unfalls ermittelt derzeit die Kripo Mühldorf und die Staatsanwaltschaft in Traunstein. Wichtiger Bestandteil ihrer Untersuchungen ist die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts zur Alz-Katastrophe. Doch sowohl über den Inhalt als auch über die Tendenz des im Auftrag der Kripo erstellten und mehrere Seiten umfassenden Gutachtens schweigen die Behörden bislang hartnäckig.

Bei Infraserv in Gendorf jedenfalls betont man, dass sich sowohl die Behörden, die Alz-Fischer als auch der Bund Naturschutz (BN) an runden Tischen beteiligt haben. Gemeinsam habe man beschlossen, ein Konzept des Wasserwirtschaftsamts in Traunstein aufzugreifen. Dieser Plan sieht die Renaturierung des vor allem im Bereich des Chemiedreiecks stark industriell genutzten Flusses vor. Das Konzept ist jedoch kein neues. Es existiert bereits seit sechs Jahren. Seine Umsetzung scheiterte aber bislang aus finanziellen Gründen, oder wie es beim Wasserwirtschaftsamt heißt: „da es bayernweit vordringlichere Maßnahmen gab“. Die Geldspritze von Infraserv kommt da genau richtig. Vielleicht muss man die Beteiligung des BN-Ortsvereins an den runden Tischen im Chemiepark auch unter diesem Licht betrachten.

Patrick Wehner

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