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Die Kampenwand liegt wieder auf dem Grund des Chiemsees

Fähre Kampenwand: Bergung im zweiten Anlauf

Prien am Chiemsee - Auf und nieder mit der “Kampenwand“: Erst im zweiten Anlauf ist es gelungen, die verrostete alte Fähre vom Grund des Chiemsees zu holen. Doch auch dabei passierte eine Panne.

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Kurz nach ihrer Bergung vom Grund des Chiemsees ist die Lastenfähre mit dem klangvollen Namen des Hausbergs in der Region erneut gesunken. Noch bevor die “Kampenwand“ am Mittwochabend in den Hafen nach Prien-Stock geschleppt werden konnte, versagten plötzlich die Kompressoren ihren Dienst. Eine rasche Reparatur der Maschinen war unmöglich, und so konnten die Luftkissen den Auftrieb der Fähre nicht mehr gewährleisten. Unter den entsetzten Blicken des Bergeteams und mit lautem Blubbern verschwand die Fähre abermals in den Tiefen des “Bayerischen Meeres“.

Die Fähre schlummerte über Nacht fast genau an der Stelle, wo sie vor ihrer Hebung lag. “Der Kompressor hatte keine Luft mehr, er hat abgeschaltet“, erläuterte ein Mitglied der Firma aus Baden- Württemberg, die Schiffswracks birgt, im Bayerischen Rundfunk. Doch bereits Donnerstagfrüh wurde damit begonnen, die “Kampenwand“ erneut zu bergen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim berichtete. “Das Wasser wirft Blasen“, schilderte Sprecher Konrad Rutzinger am Vormittag die Situation vom Seeufer aus, “offensichtlich bewegt sich die Fähre schon wieder leicht nach oben.“ Zur Sicherheit wurde eine Ölsperre errichtet, geringe Mengen Treibstoff könnten ausgetreten sein.

Am Nachmittag war es dann soweit: Unter Beifall von Schaulustigen am Ufer tauchte das an prall gefüllten gelben Ballons befestigte Eisen-Ungetüm zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden auf, um endgültig in den Hafen nach Prien- Stock geschleppt zu werden. Zwar gab es erneut eine kleine Panne - ein Seil riss - aber die Polizei stellte kurzentschlossen ein Ersatzseil zur Verfügung.

Keiner weiß, wie die 40 Jahre alte “Kampenwand“ überhaupt auf den Grund des Sees kam. Das 19 Tonnen schwere und 17 Meter lange Schiff war im Dezember 2009 aus einem Priener Yachthafen verschwunden, wo es nach 30 Jahren Fährdienst zwischen Gstadt sowie Fraueninsel und Herreninsel ein eher trauriges Dasein fristete. 2002 war die “Kampenwand“ erst an einen Privatmann und danach an einen Bauunternehmer verkauft worden, der sie zuletzt als Plattform für Arbeiten am Seeufer nutzte. Erst kürzlich wurde sie bei einer Testfahrt mit einem neuen Sonargerät eher zufällig etwa 80 Meter vom Ufer entfernt geortet und am Mittwoch mit Hilfe von Ballons aus rund 17 Metern Tiefe geholt. Unmittelbar vor dem Schleppen in den Hafen ging den Ballons jedoch buchstäblich die Luft aus und die Fähre sank erneut.

Über die Ursache des Verschwindens wird rund um den Chiemsee fleißig spekuliert. Nicht wenige äußern den Verdacht, es könnte nachgeholfen worden sein, um die “Kampenwand“ kostenfrei zu entsorgen - sie hat schließlich nur noch Schrottwert. Polizeisprecher Rutzinger schießt aber nicht aus, dass Wassereinbruch - etwa durch Regen oder hohe Wellen - die Fähre sinken ließ. Sie riss aus der Verankerung, trieb ab und sank auf den schlammigen Grund des Chiemsees.

Wer für die Kosten von Bergung Nummer zwei aufkommt, war am Donnerstag zunächst offen. Ohnedies muss der letzte Eigentümer der “Kampenwand“ eine fünfstellige Summe berappen, ehe die Fähre ein Fall für die Schneidbrenner wird. Das Landratsamt Traunstein hatte darauf gedrungen, die “Kampenwand“ zu heben. Denn die Behörde wollte nicht zulassen, dass das “Bayerische Meer“ zum Fähren-Friedhof wird.

dpa

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