Chinese spioniert Betrieb aus: Haftbefehl

Kolbermoor - Nach einem schweren Fall von Werksspionage in einem Betrieb in Kolbermoor (Kreis Rosenheim) ist ein 42 Jahre alter Chinese festgenommen worden. Er wollte die bayerische Firma ausstechen.

Die Firma, die der Täter ausspionieren wollte, ist österreichisch, hat aber eine Filiale in Kolbermoor. Sie entwirft Fassadenelemente und stellt sie hier. Nach einer Werksführung am Montag, den 31.08.2009, wurde bei der Polizei in Bad Aibling Anzeige gegen einen 42 Jahre alten chinesischen Geschäftsführer erstattet. Ihm wird vorgeworfen, während einer Werksführung verbotenerweise Bild- und Tonaufnahmen gemacht zu haben - mit einer digitalen Minikamera.

Gegen Ende der Führung war einem Mitarbeiter der geschädigten Firma die kaum erkennbare und mit einem Clip am Gürtel befestigte Minikamera aufgefallen. Die Auswertung der Kamera ergab, dass die dokumentierten Erkenntnisse über das Produkt sowie die Produktionsabläufe dazu ausgereicht hätten, um dieses in China kopieren und nachbauen zu können.

Die geschädigte Firma hatte sich auf die Fertigung von gekrümmten Betonpaneelen spezialisiert, die in einem gemeinsamen Bauprojekt mit der Firma des Chinesen zum Einsatz hätten kommen sollen. Aus diesem Grund war der Chinese als Vertreter der Partnerfirma zur Projektbesprechung und Werksbesichtung angereist.

Beide Firmen wollten sich gemeinsam um ein Bauvorhaben in China in Höhe von ca. 20 Millionen Euro bewerben. Zusammen mit den Stahlkonstruktionen aus China sollte das Projekt in Kürze einer Expertenkommission vorgestellt werden.

Durch diese Werksspionage wäre die österreichisch/deutsche Firma aus dem Rennen gewesen und hätte einen kaum abschätzbaren Verlust erlitten. Nach einer richterlichen Vorführung am Mittwoch wurde Haftbefehl gegen den Chinesen erlassen und dieser in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim eingeliefert.

mm

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