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Die Landtagsabgeordneten Claudia Stamm   fordert bessere Chancen für Asylbewerber auf dem Arbeitsmarkt.

Antrag im Landtag eingereicht

Claudia Stamm will Asylbewerber für Pflegeberufe gewinnen

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Claudia Stamm will mehr Asylbewerber für Pflegeberufe gewinnen. Dafür müssten sie aber bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen, sagt sie - und stellt im Landtag einen entsprechenden Antrag.

Die fraktionslose Abgeordnete und Gründerin der mut-Partei, Claudia Stamm, kämpft dafür, dass Asylbewerber bessere Chancen bekommen, einen Pflegeberuf zu erlernen. Im Landtag hat sie einen entsprechenden Antrag eingereicht. Denn ihrer Meinung nach lässt sich Bayern eine Chance entgehen, den Pflegenotstand zu lindern.

-Frau Stamm, Sie ärgern sich offensichtlich sehr über nicht erteilte Ausbildungsgenehmigungen für Asylbewerber, die in den Pflegeberuf möchten.

Ja, es ist doch einfach absurd: Einerseits brauchen wir dringend Pflegekräfte, sie werden angeworben, die Münchner Kliniken zahlen sogar bis zu 8000 Euro, wenn ihnen eine Pflegekraft vermittelt wird. Und andererseits leben hier Menschen, die bereits Deutsch gelernt und bei Praktika bewiesen haben, dass sie ein Händchen für den Beruf haben – und die sollen abgeschoben werden.

-Wie viele Fälle sind Ihnen bekannt?

Ich weiß zum Beispiel von einer 31-Jährigen aus der Ukraine. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, obwohl sie einen Ausbildungsvertrag beim BRK in der Tasche hat. Mir sind nur drei Fälle bekannt, aber es sind sicherlich deutlich mehr. Einige äußern den Wunsch vielleicht gar nicht, weil sie signalisiert bekommen, dass sie sowieso keine Ausbildungsgenehmigung kriegen.

-Sind Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, denn für den Pflegeberuf gut geeignet?

Wieso denn nicht? Viele Menschen aus Osteuropa arbeiten doch bereits bei uns. Und gerade im Pflegebereich waren die ersten migrierten Fachkräfte Filipina. Wer eine Lehrstelle angeboten bekommt, muss ja profunde Deutschkenntnisse haben. Ich weiß von einem Afghanen, der drei Verträge als Krankenpfleger in der Tasche hatte, aber keine Ausbildungsgenehmigung bekam. Und das ist kein Einzelfall. Ich mache ständig die Erfahrungen, dass es Flüchtlingen in Bayern nicht ermöglicht wird, eine Ausbildung zu beginnen. Die Alternative ist, dass wir Menschen im Ausland erst anwerben. Die kennen dann Deutschland noch nicht einmal. Es ist ein Armutszeugnis.

-Sie reichen deshalb nun einen Antrag im Landtag ein. Was fordern Sie?

Ich fordere, großzügiger mit den Ausbildungsgenehmigungen zu verfahren. Wenn sich jemand bei einem Praktikum im Pflegebereich als geeignet erwiesen hat, müssen die Ausländerbehörden vom Ministerium angewiesen werden, die Ausbildung zu erlauben.

-Das fordern Sie nur für den Pflegeberuf?

Ja, erst mal nur für die Pflege. Dort gibt es einen großen Notstand. Es ist klar, dass das System kollabieren wird, wenn nichts passiert. Das hängt natürlich auch mit anderen Faktoren zusammen – zum Beispiel mit der geringen Wertschätzung gegenüber diesen Berufen. Aber umso absurder ist es doch, Menschen wegzuschicken, die hier sind und sich dafür interessieren.

-Die Gegner argumentieren damit, dass es die Arbeitsmigration verstärken würde.

Ich verstehe das Argument, aber Tatsache ist doch: Die Pflegeberufe stehen auf der Liste der Mangelberufe, das heißt, wir suchen im Ausland gezielt nach Menschen, die hier in der Pflege arbeiten. Aber solange es Deutschland nicht schafft, ein vernünftiges Einwanderungsgesetz aufzulegen, ist es doch widersinnig, die Menschen wieder wegzuschicken, in die wir bereits „investiert“ haben. Wir brauchen sie, die Arbeitgeber wollen sie und sie wollen arbeiten. Wenn es also um den Bereich Pflege geht, muss uns unser gesunder Menschenverstand sagen, dass wir etwas tun müssen. 

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