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Hilfe von Paten oder Ehrenamtlichen: Ein Konzept, das in einigen Heimen bereits gut funktioniert.

Gespräch mit Claus Fussek:

Ideen für bessere Pflege: Patenschaften in Pflegeheimen

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München - Pflege-Kritiker Claus Fussek hat zahlreiche Beispiele dafür, was in Pflegeheimen falsch läuft. Er hat aber auch Ideen, wie die Situation für Senioren verbessert werden könnte: durch die Hilfe von Paten oder Ehrenamtlichen. Ein Konzept, das in einigen Heimen bereits gut funktioniert.

Claus Fussek hat auf seinem Schreibtisch aktuell 50 000 Hilferufe liegen. Es sind Briefe von Pflegekräften und von Angehörigen. Alle bitten den Münchner Pflege-Kritiker um Rat oder um Unterstützung. Und fast alle von ihnen bitten darum, anonym bleiben zu können. Selbst seine eigene Mutter hatte ihn einmal darum gebeten, er möge sich nicht über die Situation in ihrem Pflegeheim beschweren, sie habe Angst. „Angst vor den Menschen, denen wir sie anvertraut haben“, sagt Fussek. „Absurder geht es nicht.“

Pflege-Kritiker Claus Fussek.

Fussek kämpft seit Jahren gegen Missstände in Alten- und Pflegeheimen. „Wir dürfen nicht länger wegschauen“, fordert er. Und es gibt genug Negativbeispiele, mit denen er das begründen kann. Glocken, die so hoch hängen, dass Pflegebedürftige sie nicht erreichen, wenn sie Hilfe brauchen. Senioren, die bewusst nicht trinken, weil sie Angst haben, dass niemand Zeit hat, ihnen auf die Toilette zu helfen.

Es ist ein Thema, über das nicht oft genug gesprochen werden kann, findet Fussek. Er ist nicht der einzige, der das so sieht. Der Münchner Rechtsanwalt und ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Hildebrecht Braun organisiert regelmäßig Stammtische zu dem Thema. Auch den jüngsten „Liberalen Lunch“ hat er ganz dem Thema Pflege gewidmet – und dazu Claus Fussek als Referenten eingeladen.

Und der hat nicht nur Negativbeispiele mitgebracht. Es gibt auch die anderen Pflegeheime, sagt er. Die Häuser, die trotz desselben Personalschlüssels viele Dinge anders machen. „Es ist eine Sache des Managements“, bilanziert Fussek. „Eine gute Pflegeheimleitung sieht jede Beschwerde als Geschenk – als Chance, etwas zu verbessern.“

Unter seinen Zuhörern sitzt eine, die genau weiß, wovon er spricht. Melanie Tauscher leitet ein kleines Pflegeheim am Bodensee – und ist extra aus Isny im Allgäu nach München gekommen, um Fusseks Vortrag zu hören. Auch sie bekommt gelegentlich Beschwerden, erzählt sie. Und sie bearbeitet jede selbst. „Meistens geht es um Kleinigkeiten.“ Das Essen hat nicht geschmeckt, die Wäsche kam später als sonst von der Reinigung – es sind Dinge, die sich schnell klären lassen, sagt Tauscher. Dass Senioren zu wenig trinken oder keine Hilfe bekommen, wenn sie Hilfe brauchen, gibt es nicht bei ihr, sagt sie. „Wir haben neben unseren Pflegekräften rund 40 Ehrenamtliche, die uns bei der Betreuung unterstützen.“ Sie sitzen beim Essen dabei, unterhalten sich mit den Senioren, begleiten sie zu Veranstaltungen im Haus.

Es ist ein Konzept, für das auch Fussek immer wieder wirbt. „Wir brauchen keine neuen Gesetze“, sagt er. „Sondern vor allem mehr Solidarität mit unseren Senioren.“ Patenschaften könnte er sich vorstellen – sie würden den Alltag in deutschen Pflegeheimen verbessern. „Von keiner anderen Personengruppe wird es mehr Dankbarkeit zurückgeben, als von den Senioren“, betont er. Melanie Tauscher nickt stumm bei diesem Satz. Sie fährt nachdenklich zurück nach Isny an diesem Tag – aber auch stolz. Darauf, dass in ihrem Pflegeheim sehr vieles sehr gut läuft.

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