Rathaus mit Prinz-Albert-Denkmal auf dem Marktplatz in Coburg
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Das Rathaus mit Prinz-Albert-Denkmal auf dem Marktplatz in Coburg

Einst Residenz-, heute Europastadt

Coburg - Stadt und Landkreis

Coburg: Alle Infos zu der freien Kreisstadt, die zugleich Sitz des Landratsamtes Coburg ist, zur Metropolregion Nürnberg gehört und im Regierungsbezirk Oberfranken des deutschen Bundeslandes Bayern liegt.

  • Coburg dehnt sich im bayerischen Oberfranken über eine Fläche von rund 48 Quadratkilometern aus.
  • Die kreisfreie Stadt verzeichnete mit Dezember 2019 eine Einwohnerzahl von 41.072 und weist damit eine Bevölkerungsdichte von 851 Einwohnern pro Quadratkilometer auf.
  • Die Stadt Coburg blickt auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück, in deren Verlauf sie Residenz- und Garnisonsstadt war.

Coburg – Seit dem 30. Mai 2005 führt Coburg den Beinamen Europastadt und verleiht dadurch der Bedeutung der europäischen Verständigung Ausdruck. 1997 wurde die Stadt mit dem Europadiplom ausgezeichnet, 2009 mit der Ehrenfahne des Europarates. Ihre Verbindungen zwischen den Adelshäusern auf dem europäischen Kontinent sind tief in der Geschichte verwurzelt, weshalb Coburg einst als heimliche Hauptstadt Europas galt.

Coburg – Stadt und Landkreis in Zahlen

Die kreisfreie Stadt Coburg ist zugleich Sitz des gleichnamigen Landkreises, der sie vollständig umgibt. Er gehört als einer von 23 Landkreisen der Metropolregion Nürnberg an; die Stadt Coburg repräsentiert eine ihrer elf kreisfreien Städte.

  • Der Landkreis Coburg umfasst eine Fläche von 590 Quadratkilometern; er hatte mit Stand Dezember 2019 eine Einwohnerzahl von 86.474 und gliedert sich in 17 Gemeinden.
  • Die Stadt Coburg nimmt mit 41.072 Einwohnern eine Fläche von 48 Quadratkilometern ein.
  • Sie besteht aus 13 Stadtteilen, von denen sich zwölf um die Kernstadt gruppieren: Beiersdorf, Bertelsdorf, Cortendorf, Creidlitz, Ketschendorf, Lützelbuch, Neu- und Neershof, Neuses, Rögen, Scherfeld, Seidmannsdorf und Wüstenahorn.

Coburg – die Lage von Stadt und Landkreis

Der Landkreis Coburg umgibt die gleichnamige Stadt und dehnt sich im Nordwesten des Regierungsbezirks Oberfranken, im Norden des Freistaats Bayern, aus. Er grenzt an die Nachbarkreise Hildburghausen und Sonneberg in Thüringen sowie an Kronach, Lichtenfels, Haßberge und Bamberg in Bayern. Seine Lage ist im Norden durch das Vorland des Thüringer Walds geprägt, im Süden durch das Itz-Hügelland des Fränkischen Keuper-Lias-Lands. In den Langen Bergen, an der Grenze zu Thüringen, befindet sich das 190 Hektar große Naturschutzgebiet Lauterberg.

Durch die Stadt Coburg fließt ein rechter Nebenfluss des Mains, die Itz. 20 Brücken überspannen sie im Stadtgebiet, die größte ist mit einer Gesamtstützweite von 103,96 Metern die Frankenbrücke. Die nächstgelegenen Großstädte in einem Radius von 75 bis 90 Kilometern sind Erlangen, Erfurt, Würzburg und Nürnberg.

Coburg – die Geschichte im Überblick

Die Geschichte von Coburg ist seit 1056 dokumentiert. In diesem Jahr wurde „Koburk“ in einer Schenkungsurkunde erwähnt, mit der Polens Königin Richeza Besitzungen an Anno von Köln übertrug. Diese lagen in der Nähe des Festungsbergs, wo der Erzbischof 1074 das Kloster Sankt Peter und Paul gründete.

  • 1331 erhielt Coburg durch Kaiser Ludwig der Bayer das Stadtrecht sowie das Recht einer eigenen Gerichtsbarkeit.
  • 1353 ging die Herrschaft Coburgs vom Henneberger Graf Heinrich an Markgraf Friedrich III. von Meißen über.
  • 1485 ging die Stadt nach der Leipziger Teilung an die Ernestiner.
  • 1524 wurde die Reformation eingeführt.
  • 1586-1633 war Coburg unter der Herrschaft des Herzogtums Sachsen-Coburg erstmals Residenzstadt.
  • Im 16. und 17. Jahrhundert fanden in Coburg und Umgebung 228 Hexenprozesse statt.
  • 1735 residierten die Herzöge von Sachsen-Coburg-Saal in Coburg; ab 1826 die Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha.
  • 1858 erfolgte der Anschluss Coburgs an die Werrabahn. Dies förderte den engen Kontakt mit verwandten Adelshäusern.
  • 1918 führte der Rücktritt von Herzog Carl Eduard am 14. November zum Ende der Monarchie.
  • 1920 kam Coburg als Resultat der ersten demokratischen Volksbefragung in Deutschland zum Freistaat Bayern.
  • 1932 verlieh Coburg Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde; 1939 erhielt Coburg den Ehrentitel „Erste nationalsozialistische Stadt Deutschlands“.
  • Ende des 20. Jahrhunderts, nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990, gewann Coburg als Oberzentrum erneut an Bedeutung.

Coburg – Zahlen & Fakten zur Wirtschaft

Seit 2005 ist die Stadt Coburg Mitglied der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Diese umfasst eine Fläche von 19.000 Quadratkilometern mit dreieinhalb Millionen Einwohnern und 150.000 Unternehmen und zählt zu den wirtschaftsstärksten Räumen Deutschlands. Die Wirtschaft von Coburg wird durch das Motto „Werte und Wandel“ geprägt, mit dem Ziel, die Geschichte und die Moderne zu verbinden. Als ihr Sprachrohr gegenüber Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Verwaltung fungiert die Industrie- und Handelskammer (IKH) zu Coburg.

Die Coburger Wirtschaftsstruktur 2020

Mit Stand 06/2020 gliederte sich die Wirtschaftsstruktur Coburgs wie folgt:

  • Am Arbeitsort Coburg wurden 29.198 Beschäftigte verzeichnet, davon 21.386 in Voll- und 7.812 in Teilzeit.
  • Mit 15.174 Beschäftigten war der Großteil im produzierenden Gewerbe tätig.
  • In Handel, Verkehr und Gastgewerbe arbeiteten 6.142 Personen.
  • Im öffentlichen und privaten Dienstleistungssektor waren 5.709 Arbeitnehmer beschäftigt.
  • Der Sektor der Unternehmensdienstleister wies 1.996 Beschäftigte auf.
  • Die Land- und Forstwirtschaft hatte mit 177 Arbeitnehmern den geringsten Anteil.

Bedeutende Wirtschaftszweige und Unternehmen

Folgende Unternehmen repräsentieren die Coburger Wirtschaftssparten:

  • Der größte Arbeitgeber der Stadt Coburg ist mit 5.700 Beschäftigten die Versicherungsgruppe HUK-Coburg.
  • Zu den bedeutenden Vertretern des produzierenden Gewerbes zählen das Familienunternehmen Brose, die Kaeser Kompressoren SE und die Sagasser-Vertriebs GbmH.
  • Der Werkzeugmaschinenbau ist mit den Unternehmen Waldrich Coburg, Lasco und Kapp stark vertreten.
  • Einen weiteren Schwerpunkt der Coburger Wirtschaft stellt die kunststoffverarbeitende Industrie mit den Unternehmen Hermann Koch, Ros und Gaudlitz dar.
  • Mit der Thüringer Fahnenfabrik ist das Handwerk der Gebildsticker seit 150 Jahren in Coburg ansässig. Sie wurde 1857 gegründet und zählt zu den ältesten Fahnenfabriken Europas.

Coburg – die Sehenswürdigkeiten der Altstadt

Die gut erhaltene Altstadt von Coburg ist reich an historischen Sakral- und Profanbauten, die aus unterschiedlichen Epochen der Geschichte stammen. Auf dem Festungsberg erhebt sich rund 170 Meter hoch die Veste Coburg über der Stadt. 1225 erstmals erwähnt, im 17. Jahrhundert von der Burg- zur Festungsanlage ausgebaut, beherbergt sie heute die herzoglichen Kunstsammlungen.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten Coburgs sind am Fuße des Festungsbergs und in der Innenstadt zu bewundern:

  • Schloss Ehrenburg, das ab 1543 errichtet und im Laufe der folgenden Jahrhunderte erweitert wurde
  • der Schlossgarten, die Arkaden, der Hofgarten mit dem Naturkundemuseum, das Palais Edinburgh und das Landestheater in unmittelbarer Umgebung von Schloss Ehrenburg
  • der Marktplatz mit dem Prinz-Albert-Denkmal, dem Rathaus und dem Stadthaus von Coburg
  • die 1320 bis 1586 erbaute Moritzkirche, in der 1530 Martin Luther predigte
  • die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete katholische Stadtpfarrkirche St. Augustin
  • die Salvatorkirche, die Kapelle St. Nikolaus und die Heilig-Kreuz-Kirche, deren Ursprünge im 15. Jahrhundert liegen
  • denkmalgeschützte Fachwerkgebäude wie die Hahnmühle von 1323 und das Münzmeisterhaus von 1444

Erwähnenswerte Sehenswürdigkeiten sind unter anderem auch der neugotische Bebauungsring, der bedeutende Bestand an Jugendstilbauten sowie die Schlösser in der Stadt und in den Vororten.

Coburg – die Politik

Amtierender Oberbürgermeister der Stadt Coburg ist Dominik Sauerteig. Der deutsche Kommunalpolitiker gehört der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) an und setzt damit die Politik seines Vorgängers fort. Er gewann am 29. März 2020 die Stichwahl gegen Christian Meyer, der der Christlich-Sozialen Union in Bayern e.V. (CSU) angehört. Sein Vorgänger Norbert Tessmer (SPD) hatte bei den Kommunalwahlen in Bayern 2020 nicht erneut kandidiert. Wie der Oberbürgermeister wird der Stadtrat für die Dauer von sechs Jahren gewählt. Er setzt sich aus dem Oberbürgermeister und 40 Stadtratsmitgliedern zusammen.

Von den elf Parteien, die im Coburger Stadtrat vertreten sind, hält die SPD neun Sitze, die CSU acht und das Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) sechs. Mit fünf Sitzen ist die Wählerschaft pro Coburg (WPC) vertreten, mit je drei Sitzen die JUnge COburger e.V. (JUCO) und die Partei Christlich-Soziale Bürger (CSB). Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat zwei Sitze im Stadtrat, je einen Sitz halten die Alternative für Deutschland (AfD), Die Linke, die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) und die Coburger Liste (CL).

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