Computer und GPS sollen DB-Busse flexibler machen

Nürnberg - Der Zug hat Verspätung - und der Anschlussbus fährt einem vor der Nase weg: Mit einem neuen Betriebsleitsystem für Busse will die DB Stadtverkehr GmbH in Bayern diesem Ärgernis ein Ende bereiten.

Öffentliche Verkehrsmittel könnten ihre Fahrzeiten bald noch besser aufeinander abstimmen, sagte Peter Heider, Leiter der Region Bayern bei DB Stadtverkehr, am Donnerstag in Nürnberg.

Das rechnergestützte Betriebsleitsystem (RBL) basiert auf Bordcomputern, mit denen die Busse ausgestattet werden. Der jeweilige Standort des Busses wird via GPS-Signal an einen zentralen Server in Nürnberg übermittelt. Fahrgäste können so via Handy oder via Anzeigetafeln an den Haltestellen und im Bus über mögliche Verspätungen aktuell informiert werden.

Die Busdaten werden auch einer bayernweiten Fahrplanauskunft und dem Reisendeninformationssystem der Deutschen Bahn (DB) zur Verfügung gestellt. Umgekehrt kann auch der Busfahrer über aktuelle Fahrplanabweichungen informiert werden. So kann er am Bahnhof auf einen verspäteten Zug warten und dem Fahrgast die Weiterfahrt ermöglichen. "Und im Zug könnte man durchsagen, dass der Bus wartet. Das ist ein Qualitätssprung", ergänzte Heider. Durch die Bordcomputer werde es auch einfacher für die Busfahrer, Staus auszuweichen, da ihnen Alternativrouten genannt werden könnten.

Bis Ende 2010 sollen mehr als 3000 Nahverkehrsbusse in Bayern an das neue System angeschlossen werden. 27 Millionen Euro kostet das Projekt nach Angaben Heiders, der Freistaat Bayern steuert rund 17,5 Millionen Euro bei. Beteiligt sind derzeit die Regionalbusgesellschaften aus Franken, Ostbayern, Oberbayern und dem Allgäu, die Töchterunternehmen von DB Stadtverkehr sind.

Das System wird derzeit bereits im Raum Erlangen-Forchheim eingesetzt, ebenso rund um Füssen und am Tegernsee. Im Passauer Raum laufe ein Modellversuch zur Abstimmung zwischen Zug- und Busverkehr. Das neue System werde sich künftig gerade in den bevölkerungsarmen Teilen im Norden und Osten Bayerns bewähren, glaubt Heider. Hier werde es wegen der geringen Fahrgastzahlen und der langen Fahrtrouten immer schwieriger, kostengünstige Angebote im öffentlichen Personennahverkehr zu machen. In diesen Regionen könnten Fahrpläne mit dem neuen Betriebssystem flexibler gestaltet werden. Das bedeutet, dass alle Haltestellen nicht mehr automatisch angefahren werden, sondern dass der Fahrgast sich vorher per Telefon oder Internet anmelden muss, wenn er an einer sogenannten Bedarfshaltestelle zusteigen will. Für den Bus wird per Computer eine Route erstellt, auf der er die jeweiligen Bedarfshaltestelle dann anfährt. Nach Heiders Einschätzung können dadurch teure Leerfahrten vermieden werden, da der Bus nur fährt, wenn Bedarf besteht.

dpa

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