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„Freedom Day“ in Bayern? Aiwanger fordert Ende der Corona-Regeln - und nennt genaues Datum

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Von: Thomas Eldersch

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Hubert Aiwanger fordert spätestens für Mitte Oktober auch in Deutschland einen Freedom Day.
Hubert Aiwanger fordert spätestens für Mitte Oktober auch in Deutschland einen Freedom Day. © Rolf Poss/imago images

Geht es nach Bayerns Vize-Ministerpräsident Aiwanger, könnten bald die meisten Corona-Regeln ausgedient haben. Er fordert auch für Deutschland einen „Freedom Day“.

München - Das Coronavirus* ist ähnlich wie die Politiker wieder zurück aus der Sommerpause. Seit Tagen schon steigen die Fallzahlen massiv an. Allein für Bayern meldete das Robert-Koch-Institut* (RKI) am heutigen Freitag, 3. September, fast 3000 Neuinfektionen. Die Inzidenz, die zwar mittlerweile von der Krankenhausampel abgelöst wurde, liegt bei 73,8. Und während Epidemiologen, Virologen und Politiker darüber streiten, ob 2G oder 3G das Mittel der Wahl zur Bekämpfung der Pandemie ist, fordern andere komplett auf alle Regeln zu verzichten.

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Hubert Aiwanger nennt konkretes Datum für den deutschen „Freedom Day“

Einer von ihnen ist Bayern Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Der Vize-Ministerpräsident, der in den vergangenen Wochen eher wegen seiner Streits mit CSU-Chef Markus Söder* aufgefallen war, forderte jetzt einen „Freedom Day“ nach englischem Vorbild. Seit dem 19. Juli sind dort so gut wie alle Corona-Regeln aufgehoben worden. Großbritanniens Premier Boris Johnson setzte auf die Eigenverantwortung der Bürger und das bei stark ansteigenden Fallzahlen. Wissenschaftler und Experten bezeichneten dieses Vorgehen allerdings als „moralische Leere und epidemiologische Dummheit“.

Für Aiwanger anscheinend kein Grund nicht weiter an seinem Plan festzuhalten. Er hat sogar schon ein konkretes Datum für den deutschen „Freedom Day“ festgelegt. Ab dem 11. Oktober sollen auch hierzulande die meisten Bestimmungen fallen. Denn ab dann werden auch die Corona-Tests* nicht mehr von der öffentlichen Hand gezahlt.

„Der neu gewählte Bundestag muss in seiner ersten Sitzung den ‚Freedom Day‘ noch im Oktober verkünden“, verlangte Aiwanger. „Wenn wir die Lage weiterhin im Griff haben, die Krankenhäuser nicht überlastet sind, darf der Bund die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht weiter aufrechthalten“, argumentierte er. Als „Notbremse“ könne jederzeit die 3G-Regel reaktiviert werden - mit Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Bayerische FDP brachte als erstes den „Freedom Day“ ins Spiel

Der bayerische Vize-Landeschef ist nicht der erste, der einen „Freedom Day“ forderte. Auch die Landtags-FDP-Fraktion könne sich so einen Ende-aller-Regeln-Tag vorstellen. Fraktionschef Martin Hagen lobte die Lockerungen, die Söder am Mittwoch im Bayerischen Landtag vorstellte. „Die Richtung stimmt jetzt.“ Anschließend forderte er jenen „Freedom Day“, eben den Tag, an dem alle Einschränkungen enden sollen.

Die CSU* kann mit den Vorstößen Aiwangers und der FDP recht wenig anfangen. Sie konterte umgehend. Vize-Generalsekretär Florian Hahn schrieb auf Twitter: „Wenn @HubertAiwanger einen #Freiheitstag fordert, kann ich nur sagen: Den gibt es bereits! Und zwar ganz individuell für jeden mit der eigenen Impfung!“ Damit spielte er natürlich darauf an, dass es Aiwanger in den vergangenen Monaten wiederholt abgelehnt hatte, sich selbst impfen zu lassen. (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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