Corona-Krise: Gäubodenvolksfest in Straubing fällt aus
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Das Straubinger Gäubodenvolksfest wird wohl auch dieses Jahr nicht stattfinden können. Das Foto stammt aus den Zeiten vor der Corona-Pandemie (Archivbild).

„Zu 99,9 Prozent fest“

Traditions-Volksfest in Bayern wegen Corona erneut kurz vor dem Aus: „Absoluter Super-Gau“

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Der zweite Sommer ohne Volksfeste? Die Stadt Straubing entscheidet an diesem Montagabend, ob es dieses Jahr wieder ein Gäubodenvolksfest geben wird oder nicht.

Straubing - Tausende Besucher zieht es jedes Jahr im August nach Niederbayern, genauer gesagt zum Gäubodenvolksfest in Straubing. Schon letzes Jahr ist das Fest wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Und auch dieses Mal sieht es schlecht aus. Besonders die Schausteller würde eine Absage hart treffen.

Gäubodenvolksfest in Straubing kurz vor Absage - „Das steht zu 99,9 Prozent fest“

An diesem Montag (26. April) fällt die Entscheidung im Straubinger Stadtrat, es wird über die Absage des Gäubodenvolksfests diskutiert. Laut einem Sprecher der Stadt sei eine Absage des Festes jedoch schon relativ sicher. „Das steht zu 99,9 Prozent fest. Dass etwas anderes rauskommt, ist ausgeschlossen“, sagt er gegenüber dem BR.

Auch Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) hat sich zum Status des Gäubodenvolksfestes geäußert. „Der Festausschuss hat am Freitag im Hinblick auf die fragile Infektionslage und die damit verbundene Planungssicherheit einstimmig die Absage des diesjährigen Gäubodenvolksfests empfohlen. Das Gäubodenvolksfest ist ein ganz wesentlicher Teil der Identität unserer Region.“ Die Absage des Festes schmerze den Oberbürgermeister zwar, aber zurzeit sei nicht abzusehen, wann und in welcher Form wieder Veranstaltungen genehmigt werden.

Corona in Bayern: Absage von Straubinger Gäubodenvolksfest wäre „Super-Gau“ für Schausteller

Zum zweiten Mal in Folge würde dann das beliebte Volksfest ausfallen. Ob es ein Alternativ-Programm geben wird, steht noch nicht fest. Das trifft vor allem die Schausteller. Seit einem halben Jahr können sie ihre Fahrgeschäfte oder Essenstände auf keinem Volksfest oder Christkindlmarkt mehr anbieten. „Die Absage ist ein absoluter Super-Gau für Schausteller, für die Festwirte, für die ganze Region, für den ganzen Landkreis. Es ist das zweite Jahr ohne Fest. In Straubing ist das Gäubodenfest die fünfte Jahreszeit. Da stirbt auch ein Teil der Kultur. Wir Schausteller haben eine 1200 Jahre alte Kultur - wir sind seit Dezember 2019 ohne Feste. Es geht ein Teil unseres Lebens verloren“, sagt Günter Haimerl, der Vorsitzende des Schaustellerverbands Ostbayern, gegenüber dem BR. Vor sechs Jahren hat der damalige Finanzminister Markus Söder* noch das Gäubodenfest eröffnet.

Volksfeste in Bayern: „Sicherlich wird es heuer kein Fest geben“

Das Gäubodenvolksfest sei außerdem wichtig für die Wirtschaft in Straubing. Nicht nur die Schausteller profitieren von dem Volksfest, auch das Geschäft von Taxiunternehmen, Gastronomien, Trachtenmodegeschäfte und viele andere Branchen boomt im August. Ob es bei der einen Absage bleibt? „Sicherlich wird es heuer kein Fest geben. Wir rechnen im Mai, Juni mit der Absage des Oktoberfests in München*. Das tut weh, es ist für alle ein Fiasko“, sagt Haimerl. Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter. *Merkur.de/tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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