1. Startseite
  2. Bayern

Frau aus Bayern überlebt Corona nur knapp: „Würde mich nach wie vor nicht impfen lassen“ - Ärzte fassungslos

Erstellt:

Von: Katarina Amtmann

Kommentare

Coronavirus Krankenhaus
Bei Ärzten und Pflegern wächst der Frust (Archivbild). © Sebastian Gollnow/dpa/dpa-Bildfunk

Sie überlebte Corona nur knapp, trotzdem will sie sich nicht impfen lassen. Situationen wie diese mit einer Frau aus Bayern frustrieren Ärzte und Pfleger zunehmend.

Rosenheim - Im RoMed-Klinikum in Rosenheim* wurden zahlreiche Corona*-Patienten behandelt, insgesamt über 2000, davon 400 auf der Intensivstation. Für die behandelnden Ärzte und Pfleger ein Knochenjob, der auch frustrieren kann. „Was einen halt besonders belastet: Mittlerweile hätte man die Chance gehabt durch Impfung* diese vierte Welle zu verhindern. Und das ist nicht geschehen“, beklagt Dr. Karl Ziegler im heute journal (ZDF).

Corona-Leugner im Krankenhaus: Pflegerin berichtet von schwieriger Situation

Aus dem TV-Beitrag vom Sonntag (3. Oktober) geht auch hervor, dass derzeit sechs Patienten auf der Intensivstation der Klinik liegen. Sie sind zwischen 38 und 60 Jahre alt und bis auf eine Person alle ungeimpft. Doch es ist nicht nur die Arbeit an sich, die das Team mürbe macht. „Wenn man Patienten hat, die sich äußern, dass es Corona* nicht gäbe, obwohl sie hier liegen und viele andere hier liegen, dann kostet das schon ganz schön Überwindung“, erzählt Krankenpflegerin Franziska Merk.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Rosenheim - Corona-Patientin schwer krank: „Würde mich nach wie vor nicht impfen lassen“

Eine Patientin, die seit Tagen über den Berg ist, möchte in dem Beitrag des heute journals unerkannt bleiben, erzählt aber: „Es muss wirklich ganz schlimm um mich gestanden haben, also dass überlegt wurde ob man mich ins künstliche Koma legt, künstliche Beatmung, intubieren alles Mögliche. Es muss sehr kritisch gewesen sein.“ Sie ist zwar keine Corona-Leugnerin, habe sich aber nicht impfen lassen, „weil ich dem Impfstoff* noch nicht vertraue, aber ich würde diese Entscheidung - obwohl ich hier jetzt schon seit über einer Woche liege - da hat sich an meiner Meinung nichts geändert. Ich würde mich nach wie vor nicht impfen lassen“, stellt sie in dem TV-Beitrag klar.

Bayern: Corona-Patientin will sich weiter nicht impfen lassen - Auch Vater (86) ungeimpft

Wie sieht es in der Familie der Patientin aus, ist dort jemand geimpft? „Nein, kein Mensch. Auch mein 86-jähriger Vater nicht.“ Es sind Momente wie diese, die das Team aus Ärzten und Pflegern zermürben. Es habe auch schon verbale Anfeindungen geben, vereinzelt auch körperliche, wie Arzt Karl Ziegler im heute journal erklärt. Von Angehörigen, aber auch von Patienten. „Es ist natürlich extrem ermüdend, weil das ist natürlich vollkommen überflüssig, seine Zeit dann auch noch mit so einem Unsinn zu verbringen, wenn man ohnehin schon genug zu tun hat.“

Extremsituation Corona: So hart ist der Alltag als Pfleger wirklich (Video)

Arzt aus Bayern ärgert sich über Impfverweigerer - und fordert Impfpflicht

Das Verhalten der Corona-Leugner oder Impfverweigerer ärgert auch Dr. Jens Deerberg-Wittram, Geschäftsführer der RoMed-Klinik. Er sagt: „Ich glaube wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir eine Impflicht brauchen. Weil zu viel auf dem Spiel steht und weil die Situation für meine Kolleginnen und Kollegen unerträglich ist.“ Das Team arbeite an der Belastungsgrenze. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das neue Semester beginnt, in Bayern ist an Hochschulen nach coronabedingter Online-Phase wieder Präsenzunterricht möglich. Doch nicht für alle.

Auch interessant

Kommentare