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Hat bayerischer Arzt Impfpässe gefälscht? Razzia bei 100 Patienten - „hochkriminell“

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Von: Katarina Amtmann

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Impfpass
Ein Arzt soll Impfpässe gefälscht haben. Deshalb gab es eine Razzia (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa/dpa-Bildfunk

Ein Arzt aus Schwaben soll Impfpässe gefälscht haben. Nun gab es eine Razzia in vier Bundesländern. Dabei wurden Smartphones und Impfausweise sichergestellt.

Update vom 13. Januar, 16.04 Uhr: Die Razzia gegen rund 100 Patienten wegen mutmaßlich falscher Corona*-Impfbescheinigungen sieht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auch als Warnung vor Impfbetrug. „Wer beispielsweise als Arzt wissentlich wirkungslose Impfdosen an ahnungslose Patienten verabreicht oder Impfbestätigungen ausstellt, ohne geimpft zu haben, ist aus meiner Sicht hochkriminell“, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag. Wenn jemand vorgaukele, geimpft zu sein, um in Restaurants oder in Kinos zu gehen, sei das kein Kavaliersdelikt, meinte Herrmann. „Diese Leute setzen aufgrund der unkalkulierbaren Infektionsrisiken die Gesundheit und das Leben anderer aufs Spiel. Daher drohen zu Recht hohe Strafen.“ Dies sei eine Warnung für alle, die sich als Ungeimpfte ebenfalls illegal Impfbestätigungen organisieren wollten.

Erstmeldung 13. Januar, 12.40 Uhr: Donauwörth - Die Ermittlungen wegen vermutlich falsch ausgestellter Impfbescheinigungen in Schwaben weiten sich aus. Außer dem beschuldigten Hausarzt sind nun auch etwa 100 Patienten aus mehreren Bundesländern im Visier der Kripo.

Nicht nur in Bayern: Razzia bei 100 Patienten wegen mutmaßlich falscher Impfzertifikate

Nach den Ermittlungen gegen einen Hausarzt aus Schwaben wegen mutmaßlich falscher Corona-Impfungen hat es am Donnerstag (13. Januar) eine großangelegte Razzia bei rund 100 Patienten in vier Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen) gegeben. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass die Betroffenen in die Praxis im Landkreis Donau-Ries gefahren sind, um ohne eine Impfung ein Impfzertifikat zu erhalten. „Gegen diese Personen wird wegen der Beihilfe beziehungsweise Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse und deren Verwendung ermittelt“, teilte die Polizei mit. Außerdem stünden Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz im Raum.

Ermittler stellten bei den Durchsuchungen unter anderem Impfausweise und Smartphones sicher. Zudem wurde bei Beschuldigten Blut entnommen, um den Impfstatus zu klären, wie ein Sprecher der Polizei erklärte. Das Amtsgericht Augsburg hatte die Durchsuchungsbeschlüsse genehmigt. Die Ermittler waren mit mehr als 200 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz - die Bereitschaftspolizei unterstützte bei der Razzia.

Gefälschter Impfnachweis: Ermittlungen gegen Arzt in Schwaben

Corona-Impf-Pässe gefälscht? Arzt aus Donau-Ries unter Verdacht

Bereits im Herbst 2021 war bekannt geworden, dass der Mediziner mehreren hundert Männern und Frauen falsche Impfbescheinigungen ausgestellt haben soll. Bei manchen Patienten soll der Mann eine Scheinimpfung vorgenommen haben und die Betroffenen darüber getäuscht haben, dass sie tatsächlich kein Vakzin erhalten haben. Das Gesundheitsamt hatte den Patienten aus diesem Grund anschließend angeboten, Antikörper-Tests machen zu lassen. Gegen den Arzt wurde vorläufig ein Berufsverbot verhängt. Das Landratsamt in Donauwörth hatte den Weiterbetrieb der Praxis bereits damals untersagt.

Schon im Oktober hatte es Hinweise darauf gegeben, dass impfskeptische Menschen von weit her gezielt in die Praxis gekommen sind, nur um sich eine Bescheinigung zu holen. Von dem Mediziner gab es damals keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Die Kripo in Dillingen hat eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet, um die Vorgänge in der Hausarztpraxis aufzuklären. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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