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Corona in Bayern: Inzidenz bei fast 200, Hotspot-Regionen am Limit – Landräte fordern klare Ansage

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Von: Katharina Haase

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Bayern liegt, was die Fallzahlen an Corona-Infektionen betrifft, noch immer weit über dem Bundesdurchschnitt. In den Hotspot-Gebieten hofft man auf Lösungsvorschläge.

Update vom 27. Oktober, 13.50 Uhr: In Miesbach explodieren die Corona-Zahlen. Der oberbayerische Landkreis liegt auf Platz fünf der deutschlandweiten Hotspots, zu ihm gehören unter anderem die Regionen Tegernsee und Schliersee. In einer Pressemitteilung nennt das Landratsamt nun mögliche Gründe für die Zahlenexplosion. Neben einer niedrigen Impfquote oder der Missachtung der Schutzmaßnahmen werden wohl auch Krankheitsanzeichen oft falsch eingeschätzt. Doch aus der Pressemitteilung gehen noch mehr mögliche Gründe hervor.*

Corona in Bayern: Inzidenz bei fast 200, Hotspot-Regionen am Limit – Landräte fordern klare Ansage

Erstmeldung vom 27. Oktober, 6.42 Uhr: München - Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen und steigen. Am Mittwoch, 27. Oktober, meldete das Robert-Koch-Institut* (RKI) 23.212 Neuinfektionen mit dem Virus binnen 24 Stunden (Stand 3.24 Uhr). Die 7-Tage-Inzidenz* in Deutschland steigt damit auf genau 118.

Corona in Bayern: Inzidenz weit über Bundesdurchschnitt - weiterhin fast alle Hotspots im Freistaat

Im Freistaat Bayern ist die Lage dagegen noch angespannter. Hier liegt die Inzidenz bereits bei 191,3 - und somit weiterhin am dritthöchsten in ganz Deutschland. Acht der zehn am stärksten betroffenen Landkreise und Städte liegen in Bayern. Spitzenreiter ist und bleibt der Landkreis Mühldorf am Inn. Er ist der einzige Landkreis in Deutschland der auf dem Dashboard mit der Farbe Pink gekennzeichnet ist - was eine Inzidenz über 500 bedeutet. Genau gesagt liegt die Inzidenz dort derzeit bei 592,4, noch weit vor dem Landkreis Traunstein auf Platz Zwei, der eine Inzidenz von 498,6 aufweist. Es folgen auf den Plätzen Drei bis Fünf die Landkreise Berchtesgadener Land (489,1), Straubing-Bogen (454,1) und Miesbach (443,2).

Inzidenz in Bayern explodiert: Corona-Partys als Grund für Zahlenanstieg?

Woher genau die explodierenden Zahlen kommen, ist nicht ganz eindeutig auszumachen. Private Veranstaltungen mit vielen Gästen aber auch Schulen werden oftmals als Pandemietreiber genannt. Dr. Florian Meier, ärztlicher Pandemie-Koordinator des Landkreises Miesbach, sprach jedoch in einem Interview mit dem Miesbacher Merkur auch von einem neuen Trend zu sogenannten Corona-Partys, die vor allem bei jungen Menschen derzeit sehr beliebt seien. „Wenn sie weggehen wollen, brauchen sie einen PCR-Test und der kostet um die 80 Euro. Wenn ich aber als genesen gelte, kann ich mir den Test sechs Monate lang sparen“ so Meier.

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Krankenhaus-Ampel in Bayern weiter auf Grün: Landräte erwarten klare Ansage der Staatsregierung

In Bayern gilt derzeit die sogenannte Krankenhaus-Ampel* als Richtwert für etwaige Maßnahmen-Verschärfungen. Sie steht laut aktuellen Meldungen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auch weiterhin auf Grün.

HospitalisierungIntensivbettenauslastung
GrenzwertGelb bei 1200Rot bei 600
Stand 27. Oktober426318

Max Heimerl (CSU), Landrat des besonders betroffenen Landkreises Mühldorf am Inn, erwartet angesichts der schnell steigenden Corona-Zahlen, dass der Freistaat Bayern die Regeln für die Krankenhaus-Ampel konkretisiert. Denn bis jetzt gibt es zwar einen festgelegte Grenzwerte - jedoch ist nicht bekannt, welche Maßnahmen greifen, sollte die Situation sich weiter verschärfen und die Ampel auf Gelb oder sogar Rot springen. „Wir brauchen ein klares Regelwerk, mit dem wir durch den Winter kommen“ , so Heimerl.

Corona in Bayern: Staatsregierung lehnt weiteren Lockdown ab - auch für Ungeimpfte

Am Dienstag, 26. Oktober, hatte Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) die Landräte und Oberbürgermeister mit den größten Corona*-Sorgen nach München geladen, um über die angespannte Lage zu sprechen. In einigen Regionen stehe die Krankenhaus-Ampel bereits längst auf Rot, auch wenn dies auf Landesebene anders sei, hieß es. Bei der anschließenden Pressekonferenz sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann, man wolle einen weiteren Lockdown vermeiden - auch für Ungeimpfte. Denkbar sei jedoch eine erneute Maskenpflicht in den Schulklassen. Die bestehenden Corona-Maßnahmen wurden nun vorerst bis 24. November verlängert. Zwei Tage später endet bundesweit die epidemische Lage. (kah)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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