Alois (l.) und Alex Kunz aus Aschau.
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In nur 13 Stunden erklimmen Alois (l.) und Alex Kunz aus Aschau die Kampenwand ganze zehnmal.

Alois und Alex Kunz im Porträt

Kampenwand statt Mount Everest: Brüder erklimmen Chiemgauer Hausberg - und das gleich zehnmal in Folge

  • vonKorbinian Sautter
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Alois und Alex Kunz sind Vollblutsportler. Coronabedingt fallen für sie derzeit aber alle Skirennen flach. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen, kam den Brüdern dann ganz spontan eine Idee.

Für die professionellen Skibergsteiger Alois (24) und Alex Kunz (20) war diese Saison wohl ziemlich langweilig. Eigentlich nehmen die Brüder den ganzen Winter lang an Rennen teil – doch die fielen natürlich Corona bedingt in Deutschland allesamt aus. Zum Ende der Saison stellten sich die beiden Aschauer dann aber noch einer ganz besonderen Herausforderung: Spontan wollten sie mit ihren Tourenski den Mount Everest erklimmen.

Da der höchste Berg der Welt von Aschau (Landkreis Rosenheim) aus eben nicht gleich um die Ecke liegt, bestiegen die beiden kurzerhand ihren Hausberg, die Kampenwand – und das gleich zehnmal in Folge. Nur so kommt man schließlich auf die nötigen 8848 Höhenmeter. „Das Ganze war eine absolut spontane Aktion“, erzählt Alex Kunz. Da der Winter im Chiemgau nochmal unverhofft Einzug hielt, rief er seinen Bruder Alois an und schlug ihm die „Everest-Challenge“ vor. Zwei Tage später war alles geplant. Die Skibergsteiger starteten um 4 Uhr Früh am Fuße der Kampenwand. Ganze zehnmal stiegen die Brüder am Dienstag dann von der Talstation (626 Meter) zur Steinlingalm (1437 Meter) auf und fuhren wieder ab.

Kampenwand statt Mount Everest: Aschauer wagen sportliches Experiment

„Wir haben uns vorher ausgerechnet, dass wir ungefähr eine Stunde und 20 Minuten brauchen, um zur Alm zu gelangen“, analysiert Alex Kunz. Doch schon bei dem ersten Aufstieg merkten sie, dass die Bedingungen sehr gut waren und sie deutlich schneller vorankamen. „Die letzten zwei Runden waren schon hart“, gibt Alois Kunz zu. „Alles in allem haben wir uns das aber deutlich schlimmer vorgestellt.“

Um 18 Uhr war es dann geschafft: Mit einem lockeren Schwung absolvierten die beiden ihre letzte Talfahrt. Erschöpft, aber überglücklich besiegelten sie ihr Vorhaben mit 8855 Höhenmetern und knapp 83 Kilometern. Insgesamt 13 Stunden und neun Minuten haben sie dafür gebraucht. Nur für kurze Zwischenstopps am Auto, das ihnen als Verpflegungsstation diente, haben sie angehalten. In einer 25-minütigen Mittagspause durften Alois und Alex Kunz dann noch die warme Suppe genießen, die ihnen ihre Mutter vorbeigebracht hatte.

Die Strapazen waren schon am nächsten Tag wieder fast vergessen. Nur die Oberschenkel und die Knie schmerzen den Profisportlern noch ein wenig. Initiator Alex Kunz denkt daher bereits über die nächste Herausforderung nach. „Ich kann mir schon vorstellen, das Everesting im Sommer auch mit dem Rad nochmal zu machen.“

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