Corona-Impfung
+
Ein bayerischer Arzt impft in seiner Praxis Kinder gegen Corona - und wird massiv angefeindet. (Symbolbild)

Sogar Polizeischutz

„Ich sehe nicht ein, den Kopf einzuziehen“: Bayerischer Arzt impft Kinder - und erhält Morddrohungen

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
    schließen

Ein Arzt aus Neu-Ulm impft auch Kinder gegen das Coronavirus. Dafür wird er im Internet massiv bedroht, obwohl die Impfung in Deutschland zulässig ist.

Neu-Ulm - Nach Medienberichten über Corona-Impfungen* für Kinder in einer Praxis in Neu-Ulm* wird der betroffene Arzt im Internet massiv bedroht. Die Kripo ermittelt wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten sowie anderer Strafvorwürfe. „Es sind zahlreiche Fälle von Beleidigungen und Bedrohungen“, sagte Polizeisprecher Dominik Geißler am Mittwoch. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Corona-Impfungen für Kinder: Massive Drohungen gegen bayerischen Arzt

Betroffen ist der Allgemeinmediziner Christian Kröner. Er setzt sich bereits seit Anfang der Impfkampagne für die Schutzimpfungen ein und ist häufig im Fernsehen und weiteren Medien präsent. Er habe mittlerweile 25 Anzeigen oder mehr bei der Polizei erstattet, sagte er. Ihm werde vielfach gedroht, dass er ermordet werden soll. Hintergrund sei, dass er auch Kinder ab zwölf Jahren in seiner Hausarztpraxis impfe. Dies ist mittlerweile in Deutschland zulässig.

Massive Drohungen gegen bayerischen Impfarzt: „Ich sehe nicht ein, den Kopf einzuziehen“

Kröner sagte, er werde sich trotz allem weiter für Impfungen einsetzen. „Ich sehe nicht ein, den Kopf einzuziehen. Das ist ja genau, was die wollen.“ Er habe keine Angst und werde zeitweise auch von der Polizei geschützt, sagte der Arzt. Die Polizei selbst wollte keine Details zu möglichen Schutzmaßnahmen nennen.

Der Arzt hatte bereits Ende 2020 ein Infoblatt über die Impfung erstellt, es wurde zigtausendfach bei Facebook geteilt. Später setzte sich Kröner dafür ein, dass seine Kollegen mit Spezialspritzen aus den Ampullen mit den Impfstoffen zusätzliche Dosen entnehmen dürfen, damit keine Reste weggeworfen werden müssen. (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare