Filmtheater Weltspiegel Cottbus
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Filmtheater bleiben aufgrund der Corona-Krise ebenso geschlossen wie Opernhäuser oder Konzertsäle.

„Freiheit der Kunst erschreckend gefährdet“

Musiker wollen Urteil zu Kulturschließungen nicht hinnehmen und drohen mit weiteren Schritten: „Hanebüchen“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Kultureinrichtungen sind aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Eine Initiative von Musikern ging in Bayern dagegen vor - zunächst ohne Erfolg. Sie drohen mit weiteren Schritten.

München - Seit Monaten sind Theater und Opernhäuser aufgrund der Corona-Pandemie* geschlossen. Musiker sehen dadurch die Kunstfreiheit verletzt - und wollen sich mit einer Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes nicht zufrieden geben.

Eilantrag gegen Schließung von Kultureinrichtungen abgelehnt - Gang vor das Bundesverfassungsgericht?

Am Donnerstag hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) den Eilantrag mehrerer Musiker gegen die pandemiebedingte Schließung von Theatern, Opern- und Konzerthäusern abgelehnt. „Der Eingriff in die Kunst- und Berufsfreiheit der Antragsteller erweise sich im Hinblick auf den Schutz der körperlichen Unversehrtheit und der Gesundheit einer Vielzahl von Menschen (...) als erforderlich und angemessen“, teilte das Gericht mit.

Nun erwägt die Initiative „Aufstehen für Kunst“ weitere juristische Schritte - und sogar den Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. „Wir überlegen in diese Richtung“, sagte der Bariton Christian Gerhaher, der die Initiative gemeinsam mit anderen Musikern ins Leben gerufen hat, der Deutschen Presse-Agentur in München. Auch die Einschaltung des Bundesverfassungsgerichtes sei für ihn denkbar. „Wenn Juristen über Kunst urteilen und nicht verstehen, was Kunst bedeutet, dann sehe ich die Freiheit der Kunst erschreckend gefährdet.“

Corona: Kultur gegenüber Einzelhandel und Kirchen benachteiligt?

Nach Ansicht der Initiative wird die Kultur beispielsweise gegenüber dem Einzelhandel oder den Kirchen in der Corona-Pandemie* zu Unrecht benachteiligt. Auch Friseure seien geöffnet worden. Dabei sei das Risiko in Theatern aufgrund der guten Belüftungssysteme und Hygienekonzepte minimal.

Dass der VGH dieser Argumentation nicht folgte und betonte: „Teilnehmer bei Versammlungen und Besucher von Gottesdiensten übten aktiv ihre Versammlungs- beziehungsweise Religionsfreiheit aus, während der Genuss von Kunst und Kultur nicht von der Kunstfreiheit selbst geschützt“ sei, kann Gerhaher nicht nachvollziehen.

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Urteil zu Kulturschließungen in Corona-Pandemie - „Hanebüchen“

„Hanebüchen“ nannte er das. „Hier geht es doch nicht um so etwas wie kulinarischen Genuss“, sagte er. „Es kann nicht sein, dass Kunst und Kultur unabhängig vom Publikum gedacht werden.“ Auch die Interpretationen, die Zuschauer am Werk vornähmen, gehörten seiner Ansicht nach untrennbar dazu. „Die Rolle der Kunst wird von den bayerischen Gerichten völlig falsch beurteilt.“ Er forderte eine Klärung dessen, was Kunst bedeutet. Denn: „Die Kunst wurde hier in ihrem Wesen nicht begriffen.“ (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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