Silvester, Treffen, Schulen

Corona-Katastrophenfall: Diese neuen Regeln gelten aktuell in Bayern - Söders neue Aussage lässt aufhorchen

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
    schließen

In Bayern wird zwischen dem 9. Dezember und 5. Januar wegen der Coronavirus-Pandemie der Katastrophenfall verhängt. Welche Regeln jetzt gelten.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Das Bundesland Bayern verhängt wegen Covid-19* ab dem 9. Dezember den sogenannten Katastrophenfall für den Freistaat.
  • Für Städte und Landkreise in Bayern gilt bis zum 5. Januar eine nächtliche Ausgangssperre ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 - keine Ausnahme für Silvester.
  • Corona*-Krise: Während der Ausgangsbeschränkungen sollen die Menschen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen dürfen.
  • Markus Söder fordert jetzt über den Jahreswechsel einen „kompletten Lockdown“ für ganz Bayern (Update vom 11. Dezember, 15.20 Uhr).

Update vom 13. Dezember: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Markus Söder haben einen erneuten harten Lockdown verkündet. Alle Gebote und Maßnahmen ab Mittwoch (16. Dezember), auch betreffend der Feiertage, finden Sie hier, in unserem neuen Regel-Text.

Update vom 11. Dezember, 15.20 Uhr: Die Corona-Zahlen wollen in Deutschland und auch in Bayern nicht runtergehen. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut einen Rekordwert an Neuinfektionen an einem Tag mit 29.875 Fällen. Und auch die Todeszahlen in Zusammenhang mit Covid-19 sind mit 598 an einem Tag rekordverdächtig. Jetzt haben bereits einige Bundesländer die Reißleine gezogen. Unter anderem in Sachsen und Baden-Württemberg wurden die Regeln noch einmal verschärft. Und auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schließt einen harten Lockdown nicht mehr aus.

Der bayerische Landeschef will sich jetzt so schnell wie möglich erneut mit der Kanzlerin und seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern besprechen und über einen „kompletten Lockdown“ diskutieren. Nur über einen genauen Termin des Treffens ist man sich noch nicht einig. Söder sieht vor, über die Weihnachtsferien Bayern komplett zuzusperren. „Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden“, so der CSU-Chef in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.

Corona-Lockdown in Bayern: Härtere Regeln beschlossen

(Erstmeldung) München - In München war es für so manchen ein kleiner Trostspender. Die Wiesn? Abgesagt! Das Tollwood-Festival? Abgesagt! Die Christkindlmärkte, die sich normalerweise über das ganze Stadtgebiet verteilen und hoher Beliebtheit erfreuen? Abgesagt!

Doch wenigstens gab es zuletzt die Möglichkeit, bei einzelnen Gastronomen - die nicht aus Frust schon geschlossen hatten - einen Glühwein to go zu holen, für einen kleinen Spaziergang etwa. Viel mehr blieb zuletzt ohnehin nicht, in diesen schwierigen Corona*-Zeiten. Das gilt nicht nur für die bayerische Landeshauptstadt, sondern während des Coronavirus*-Lockdowns für ganz Deutschland (und weite Teile Europas). Doch auch mit dem Glühwein to go ist jetzt Schluss.

Neue Corona-Regeln ab Mittwoch: Bayern verhängt Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre für Hotspots

Denn: Die bayerische Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete am Sonntag (6. Dezember) den Katastrophenfall für den Freistaat. Die Covid-19-Fallzahlen sind in Bayern zu hoch, Krankenhäuser und insbesondere Intensivstationen teils wegen der Corona-Patienten überlastet.

Weihnachten, Silvester, Schulen, Kontakte: Söders Corona-Regeln während des Katastrophenfalls in Bayern ab Mittwoch

Vor allem die Todesfälle im Zusammenhang mit der heimtückischen Lungenkrankheit nahmen Anfang Dezember zu, womit Söder seine drastische Maßnahme, die von 9. Dezember bis 5. Januar in Kraft treten soll, begründete. Welche Regeln jetzt im Corona-Katastrophenfall gelten? Ein Überblick:

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland*: Der Katastrophenfall in Bayern gilt vom 9. Dezember bis zum 5. Januar.
  • Ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 wird in den betreffenden Städten und Landkreisen eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens verhängt.
  • Covid-19-Ausgangsbeschränkungen: Die Menschen sollen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen dürfen - zum Beispiel für berufliche Tätigkeiten, Arztbesuche oder Gottesdienste.
  • Zu den sogenannten triftigen Gründen zählen auch Besuche bei alten und kranken Menschen sowie Weihnachtseinkäufe.
  • Schulen: An Berufsschulen gilt fortan Distanz-Unterricht, in Corona-Hotspots ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 auch generell ab der 8. Klasse. Zudem gibt es in allen Klassenstufen sogenannten Wechselunterricht.
  • Das Konsumieren von Alkohol unter freiem Himmel wird verboten.
  • Lockerungen der Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten: Nur vom 23. Dezember bis zum 26. Dezember dürfen sich Familien und Freunde von bis zu zehn Personen treffen.
  • Die ursprünglich geplanten Lockerungen zu Silvester werden aufgehoben. Treffen größerer Gruppen sind demnach zum Jahreswechsel untersagt.

Damit ist Bayern nach Baden-Württemberg das zweite Bundesland, das in der zweiten Welle der Corona-Pandemie scharfe Ausgangsbeschränkungen verhängt.

Doch Söder schärt womöglich nochmal nach: „Es braucht bundesweit Ausgangsbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren in Hotspots, Geschäftsschließungen, Betriebsferien und überall verlängerte Schulferien.“ Das sagte der CSU-Chef am Donnerstag (10. Dezember) der Deutschen Presse-Agentur. Zum Zeitraum sagte er: „Das muss bis 10. Januar gelten - aber so lange wie nötig.“ Damit ist eine Verlängerung des Lockdowns nicht mehr auszuschließen. (pm)*Merkur.de und ruhr24.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa/dpa-Bildfunk

Kommentare