1. Startseite
  2. Bayern

Todesangst und Depressionen: Psychische Probleme nehmen in Bayern während Corona-Pandemie stark zu

Erstellt:

Von: Thomas Eldersch

Kommentare

Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Problemen aufgrund der Corona-Pandemie.
Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Problemen aufgrund der Corona-Pandemie. © Manu Reyes/imago images/Symbolfoto

Immer mehr Menschen leiden in Bayern unter psychischen Folgen der Corona-Pandemie. Das Gesundheitsministerium stellte jetzt seinen ersten Psychiatriebericht vor.

München - Die Corona-Pandemie* bedroht nicht nur die körperliche Gesundheit. In zunehmenden Maße leidet auch die Psyche unter den Auswirkungen des Virus und den damit verbundenen Maßnahmen und Regeln. Im jüngst veröffentlichten Bayerischen Psychiatriebericht des Gesundheitsministeriums zeigt sich, dass immer mehr Menschen mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. „Bereits die Sorge vor einer Coronainfektion kann zu psychischen Beeinträchtigungen führen“, heißt es beispielsweise dort.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Corona in Bayern: Besonders Kinder, Jugendliche und Ältere entwickeln psychische Probleme

Seit dem Frühjahr 2020 bestimmt die Corona-Pandemie nun schon den Alltag in Bayern und überall auf der Welt. Während jedoch zu Beginn vorwiegend ältere Menschen in Heimen stark unter den Maßnahmen litten, führte der Lockdown Ende 2020 vermehrt auch zu psychischen Problemen in jüngeren Altersgruppen. Dabei sind aber die Ängste und Sorgen unterschiedlich verteilt.

Kinder und Jugendliche reagierten verstärkt mit Angst und Depressionen auf Schulschließungen, die Verringerung sozialer Kontakte und dem Wegfall von Hobby- und Sportmöglichkeiten. Auch junge Erwachsene zeigten vermehrt Trauer und Depression. In der älteren Bevölkerung, die eigentlich durch die Maßnahmen besonders geschützt werden sollten, litten viele Menschen unter Isolation, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit.

Für über 75-Jährige sei die Angst vor einer Infektion teils regelrecht zu einer Todesangst geworden, heißt es in dem Bericht. „Die Betroffenen können sich oftmals niemandem mitteilen und quälen sich mit der Erwartung, wegen Corona* allein zu sterben.“ Besonders stark von den negativen Auswirkungen der Schutzmaßnahmen betroffen seien Menschen in Pflegeheimen.

Psychische Probleme: Menschen greifen vermehrt zu Drogen

Studien belegen eine Zunahme von Depressionen und Angstsymptomen in der Bevölkerung. „Weitere psychische Folgen der Pandemie und des Lockdowns können posttraumatischer Stress, Verwirrung, Niedergeschlagenheit, Wut und Ärger sowie Schlafbeschwerden sein.“ Zudem fühlten sich viele Menschen einsam - ein Risikofaktor für seelische Erkrankungen.

Diese Symptome führten häufig auch zu dazu, einer Sucht nachzugeben. Menschen griffen mehr zu legalen und illegalen Drogen, heißt es in dem Bericht weiter. Auch bei Glücksspielen und krankhafter Internetnutzung habe sich die Suchtgefährdung wohl erhöht. Auf der anderen Seite habe die Pandemie* manche Menschen auch stärker gemacht, weil sie an der Krise gewachsen seien und ihre Beziehungen zu anderen Menschen verbessert hätten.

Covid-Erkrankte können auch psychische Probleme entwickeln

Auch Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung durchstanden haben, sind vermehrt betroffen: Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass das Virus im Zuge der Infektion neurologische und neuropsychiatrische Komplikationen wie Angststörungen, Depression, Vergesslichkeit und Delirium verursachen kann - und das noch nach Monaten.

Nach den Daten des Robert Koch-Instituts zeigen etwas mehr als 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 28 Prozent der Erwachsenen in Deutschland psychische Auffälligkeiten oder Störungen. (tel mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare