Die nächsten Änderungen

Überraschung am Sonntag: Bayern verschärft Corona-Regeln weiter - Folgen für Büros und Lokale

  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Die Staatsregierung hat die Verordnung zu den Corona-Regeln am Sonntag überraschend nochmal neu gefasst. Für Büros und die Gastronomie ist eine unangenehme Überraschung dabei.

München - Die geplanten Verschärfungen der Corona-Regeln in Bayern fallen in Details noch deutlicher aus als bisher bekannt. Nach der neuen Verordnung, die am Sonntag im Internet veröffentlicht wurde, ist klargestellt, dass die Maskenpflicht auch in vielen Büros gilt.

Explizit greift das ab Montag, 19. Oktober, in allen Fahrstühlen, Fluren und Kantinen. Zudem am Arbeitsplatz, wenn dort „nicht zuverlässig“ 1,5 Meter Abstand eingehalten werden können. Das gilt in Kommunen mit erhöhter Sieben-Tage-Inzidenz ab 35, also aktuell in halb Bayern, und natürlich in der Landeshauptstadt München. Sitzen sich also zwei Arbeitnehmer im Büro näher als 1,50 Meter gegenüber, gilt Maskenpflicht - das war vielen Bayern vermutlich bisher gar nicht bewusst.

Am Montag (19. Oktober) trifft sich die CSU zur Sitzung. Verkündet Markus Söder dann neue Corona-Regeln? Das Pressestatement hier im Live-Ticker.

Corona in Bayern: Scharfe Gastro-Regel - Sperrstunde, nicht Ausschankverbot

Schärfer gefasst wurde nach Verwirrung am Wochenende auch die Regelung zum Ausschankverbot ab 22/23 Uhr. Die Verordnung spricht nun explizit von einer „Sperrstunde“, Gäste müssen die Lokale also dann verlassen – es geht nicht nur um eine „letzte Runde“. In München, wo wegen der Inzidenz über 50 die striktere Sperrstunde gilt, war das vor allem am Samstag noch unterschiedlich gehandhabt worden, heißt es - mal gab es um 21.59 Uhr noch ein Bier, mal wurden die Gäste um diese Zeit herauskomplimentiert.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte am Wochenende mehrfach, die Polizei werde die Maskenpflicht im öffentlichen Raum konsequent kontrollieren. In München schritten die Beamten gegen mehrere Feiern ein.

Die Auseinandersetzungen über Regeln werden derweil nach Ansicht der Polizeigewerkschaften immer aggressiver geführt. „Nach wie vor gibt es eine hohe Akzeptanz für die Corona-Regeln, aber wir spüren auch, dass die Stimmung beginnt, aggressiver zu werden – zum Beispiel wenn wir als Polizei die Maßnahmen durchsetzen wollen“, sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek. „Das fängt an mit Beleidigungen, dann wird gepöbelt, gespuckt, angehustet.“ In Deutschland steigt derweil die Zahl der festgestellten Neuinfektionen weiter.

Merkel bittet: Haltet euch dran und verzichtet!

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die Bürger in einer Videobotschaft eindringlich zur Einschränkung ihrer Kontakte und zum Verzicht auf Reisen auf. „Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause“, sagte Merkel. „Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist.“

Die Corona-Zahlen steigen - auch in Bayern. Für den Kreis Berchtesgadener Land gelten nun massive Einschränkungen. Markus Söder hat eine Regierungserklärung angekündigt.

Rubriklistenbild: © Marcel Bieri/dpa

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